Montag, 11. Dezember 2017

Jahresprogramm 2018 - Ausstellungen im LVR-LandesMuseum Bonn

Die Zisterzienser - Das Europa der Klöster
Bis 28.1.2018
650 Klostergründungen der Zisterzienser in 150 Jahren: mit über 200 kostbaren Ausstellungsobjekten aus ganz Europa erzählt die Ausstellung die Erfolgsgeschichte dieses außergewöhnlichen Ordens.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die mittelalterliche Blütezeit des Ordens. Zahlreiche Objekte wurden eigens für die Ausstellung restauriert und machen zusammen mit Modellen, CAD-Rekonstruktionen, Medien- und Mitmachstationen die Klosterwelt Raum für Raum mit allen Sinnen erlebbar. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Scriptorium, die Schreibwerkstatt: Hier werden die in Zisterzienserklöstern entstandenen, oft aufwändig geschmückten Handschriften im Original präsentiert. Sie können nicht nur die Originale bewundern, sondern auch eigens für die Ausstellung hergestellte originalgetreue Faksimiles. Diese bieten die einmalige Gelegenheit, die Bücher durchzublättern und nicht nur die aufgeschlagenen Seiten der Originale anzusehen. Übersetzungen der Texte, Musik und Erläuterungen lassen Sie tief in die faszinierende Geisteswelt des Mittelalters eintauchen.
Die Ausstellung wird unterstützt durch die NRW-Stiftung, die Ernst von Siemens-Stiftung, die Renate-König-Stiftung, Wilhelm-Dorow-Gesellschaft e.V. und Dr. Karl Albrecht, Mülheim.


Im Meer versunken – Sizilien und die Unterwasserarchäologie
Bis 11. März 2018
Für die alten Ägypter war es das „Große Grün“, für die Juden das „Große Meer“ und die Römer nannten es „Unser Meer: Im Mittelmeer wird seit über 3000 Jahren Kulturgeschichte geschrieben, mit Sizilien im Zentrum. Hier begegnen sich, wie sonst nirgends in dieser Dichte, die Kulturen Europas, Asiens und Afrikas. Ob Phönizier, Griechen, Römer, Araber oder Normannen, sie alle prägten die Welt des Mittelmeeres. Die Ausstellung stellt nicht nur die Hochkulturen selbst, sondern auch die Hauptdarsteller in den Mittelpunkt, die den vielbeschworen Dialog der Kulturen im Mittelmeer überhaupt erst ermöglichten: Die Seefahrer und ihre Schiffe.
Sie präsentiert mehr als 150 in den letzten Jahren aus dem Meer geborgene Objekte: Handelsgüter, Statuen, Münzen, Keramik und Waffen. Die meisten Funde sind erstmals außerhalb Italiens zu sehen. Höhepunkt sind drei bronzene Rammsporne, faszinierende Zeugnisse antiker Kriegskunst, die erst vor wenigen Jahren in einer Tiefe von über 80 Metern gefunden wurden. Sie waren die tödlichen Waffen der Galeeren; die am 10. März 241 v. Chr. vor den ägäischen Inseln im Meer versanken. An diesem Tag siegten die Römer in einer Schlacht von welthistorischer Bedeutung über die vereinigte Streitmacht der Punier und versenkten oder erbeuteten 120 feindliche Schiffe. Dieser Sieg beendete den ersten Punischen Krieg und legte die Grundlage für das zukünftige Römische Weltreich. Eine eigens angefertigte aufwendige CAD-Rekonstruktion schildert in packenden Bildern das Aufeinanderprallen der über 100 Kriegsschiffe.
So lässt die Ausstellung Geschichten und Geschichte von weltumspannender Bedeutung lebendig werden, illustriert durch Schiffsmodelle und moderne Medien. Am Nachbau einer römischen Galeere können Sie selbst zum Ruder greifen, angefeuert durch einen Schlagmann, natürlich in Latein (mit Untertiteln!).
Die Ausstellung ist ein internationales Kooperationsprojekt mit der Soprintendenza del Mare Palermo und des COBBRA Museumskonsortium: der Ny Carlsberg Glyptothek Kopenhagen, dem Ashmolean Museum, University of Oxford, dem LVR-LandesMuseum Bonn, dem Königlichen Museum für Kunst und Geschichte Brüssel sowie dem Allard Pierson Museum Amsterdam.


Bernd Schwering - Leuchtende Steine
Ein Maler an den Orten der Zisterzienser
Bis 18. Februar 2018
Der 1945 geborene Maler und Grafiker Bernd Schwering befasst sich in seiner Serie „Leuchtende Steine“ seit elf Jahren in intensiven Recherchen und Reisen mit dem Orden der Zisterzienser, dem auch das LVR-LandesMuseum Bonn noch bis zum 28. Januar 2018 eine eigene Ausstellung widmet. Schwering besucht bereits vergangene und heute noch erhaltene Zisterzienserklöster in ganz Europa, dokumentiert die jeweiligen Abteien in unzähligen Fotografien und erstellt auf deren Basis in realistischer Malerei eine ganz neue Ansicht der zisterziensischen Architektur – da werden Bänke, die sich eigentlich im Mittelschiff befinden, zugunsten des Lichtspiels weggelassen, oder ein Ausblick gewählt, den man in der Realität wegen des dichten Baumbestands so niemals sähe. Schwerings feinmalerische Technik führt zu einem faszinierenden Realismus, der seine Wirkung auch bei näherer Betrachtung nicht einbüßt. Ergänzend zu den Malereien zeigen zahlreiche Fotografien den Zustand der Zisterzienserklöster vor Ort und dokumentieren die Entstehung der jeweiligen Werke.


Aus den Archiven III: Konrad Helbig. Am Mittelmeer.
Fotografische Erkundungen 1954-1965
1.3.2018 - 10.6.2018
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach Hamburg

Sizilien war für den Fotografen, Publizist und (Vortrags-)Reisenden Konrad Helbig (1917-1986) ein Sehnsuchtsort. Er besuchte die Insel seit einem ersten Aufenthalt 1954 bis zu seinem Tod immer wieder und hielt Land und Leute sowie Kunst und Kultur Siziliens in mehr als 17.000 Fotografien fest. Die Bilder publizierte er ab 1956 in verschiedenen Büchern und Artikeln. Außerdem dienten sie ihm als Grundlage für sehr erfolgreiche Lichtbildvorträge, die er in unzähligen Städten Deutschlands hielt. Neben faszinierenden Aufnahmen der antiken und mittelalterlichen Monumente und Kunstwerke Siziliens, entstanden zahlreiche Aufnahmen von Land und Leuten. Die Bilder dokumentieren das alltägliche Leben der Menschen und zeigen Orte und Landschaften eines Sizilien, das sich seit Konrad Helbigs letzten Besuchen teils drastisch verändert hat. Die Ausstellung ergänzt in idealer Weise die den antiken Kulturen Siziliens und des Mittelmeerraumes gewidmete Ausstellung des LVR -LandesMuseums Bonn „Im Meer versunken. Sizilien und die Unterwasserarchäologie“.


Masoud Sadedin
Preisträger des Rheinischen Kunstpreises des Rhein-Sieg-Kreises 2016
28.6.2018 - 30.9.2018
Der achte Rheinische Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises geht an Masoud Sadedin.
Masoud Sadedin wurde 1956 in Semnan im Iran geboren und lebt und arbeitet seit 30 Jahren im Rhein-Sieg-Kreis. Neben den Zeichnungen, die ihn lebenslang begleiteten, sind es seine Ölgemälde, die die Jury überzeugten und die in der Bonner Ausstellung neu zu entdecken sind, denn Sadedin war bislang eher zurückhaltend mit Präsentationen zu seinem Werk. Sadedins Thema ist der Mensch und sind die Spuren, die er hinterlässt. „Das entnommene Motiv aus der Alltäglichkeit verwandelt sich zu einem Moment der Malerei.“ sagt er selbst über sein Werk. Es sind Themen aus seiner eigenen Lebensgeschichte, die ihn beeinflussen. Masoud Sadedin mag keine Kunst, die andere belehrt oder – wie die politische Kunst – den Zeitgeist bedient. Für ihn ist Kunst das Mittel zum Begreifen und damit zeitlos.
Der Rheinische Kunstpreis ist eine Initiative des Rhein-Sieg-Kreises in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Die Anerkennung, die dabei ausgesprochen wird, gilt einer künstlerischen Position der zeitgenössischen Kunst. Bereits zum achten Mal hatte der Rhein-Sieg-Kreis den Rheinischen Kunstpreis ausgeschrieben. 361 Künstlerinnen und Künstler bewarben sich um den mit einem Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro dotierten Preis.


Bauer, Mönch und Edelmann. Leben im Mittelalter
Eine Mitmachausstellung
27.9.2018 - 25.8.2019
Könige und Ritter, Prinzen und Prinzessinnen, edle Kämpfer und Schurken, Burgen mit prächtigen Rittersälen und uneinnehmbaren Mauern und Türmen – in Filmen und Fernsehserien, in Büchern und Märchen ist das Mittelalter allgegenwärtig. Auch in unseren Städten und Landschaften gibt es viele Spuren dieser fernen Zeit: Burgen, Klöster, Kirchen und Städte. Aber wie lebten die Menschen wirklich vor 1000 Jahren? Was wissen die Wissenschaftler darüber? Und was verraten uns die originalen Objekte aus dem Mittelalter dazu?
Entdecke in der Ausstellung sieben Menschen aus dem Mittelalter: Natürlich den Ritter und die Burgherrin, aber auch die Händlerin, den Spielmann, den Handwerker, den Mönch und den Bauern. An 35 Mitmachstationen kannst du ausprobieren, wie das Leben im Mittelalter wirklich war: Reite ein Turnier und schmiede ein Schwert, kleide dich wie eine Edelfrau, entdecke eine mittelalterliche Stadt, bewege dich in einem höfischen Tanz, komponiere mittelalterliche Musik, lerne wie schwer es ist, ein erfolgreicher Bauer zu sein oder entdecke die Geheimnisse der Kräutermedizin.
Zahlreiche originale Objekte verraten dir viele Geschichten aus dieser Zeit. Manche Probleme, die die Menschen im Mittelalter mit ihren Möglichkeiten gelöst haben, werden dir sehr bekannt vorkommen, manches wird dich sicher überraschen!
Die Ausstellung ist ein internationales Kooperationsprojekt des LVR-LandesMuseums Bonn mit dem Museon Den Haag, dem Museum Het Valkhof Nijmegen und Bruns B.V. Bergeijk.


Heinz-Günter Prager
11.10.2018 - 27.1.2019
Heinz-Günter Prager (geb. 19.12.1944 in Herne, Westfalen) ist ein bekannter deutscher Bildhauer, Zeichner, Grafiker der konkreten Kunst. Seine Skulpturen sind an vielen öffentlichen Orten präsent, etwa vor der Berliner Nationalgalerie oder dem Bonner Kunstmuseum. Weniger bekannt sind Pragers Arbeiten auf Papier die diese Ausstellung zeigt. Sie teilen mit Pragers Plastik Stringenz und Systematik, sind ihrem freien Spiel mit der Variation und Veränderung jedoch eine ganz eigene Werkgruppe. Im Zusammenhang der Ausstellung kehrt seine Skulptur Achse mit drei Scheiben von 1986 an ihren angestammten Platz vor dem LVR-LandesMuseum Bonn zurück.


Europa in Bewegung.
Reisen durch das frühe Mittelalter
15.11.2018 - 12.5.2019
Unter dem Ansturm der Völkerwanderung endete 476 n. Chr. das Weströmische Reich. In unserer Vorstellung markiert dieses Datum den Beginn der „Dark Ages“, des dunklen Mittelalters mit dem Niedergang der antiken Kultur in Wirtschaft, Handel und Bildung. In ganz Europa, dem Vorderen Orient und Nordafrika folgte auf das verbindende Römische Imperium das politisch zersplitterte Frühmittelalter mit den germanischen Nachfolgereichen von Franken, Westgoten und vielen anderen. Im Osten der mediterranen Welt lebte dagegen das kulturelle Erbe der Antike im Byzantinischen Reich über Jahrhunderte weiter.
Die Ausstellung präsentiert ein überraschend vielschichtiges und facettenreiches Bild der spätantiken und frühmittelalterlichen Regionen zwischen Irland und Spanien im Westen und Ägypten und Ungarn im Osten. Trotz aller Unterschiede im Umgang mit dem Erbe der Antike ist diese Epoche von faszinierenden Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Lebenswelten mit ihrer geradezu überbordenden kulturellen Vielfalt geprägt. Ca. 150 kostbare Objekte aus den bedeutendsten europäischen Museen legen beredtes Zeugnis für den regen Austausch von Ideen, Glauben, Traditionen und Handelsgütern ab. In der Ausstellung begegnen ihnen bemerkenswerte Persönlichkeiten, die als Pilger, Wissenschaftler, Händler und Reisende diese für uns so fernen Welten bereisten, erkundeten und zwischen ihnen vermittelten.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projektes CEMEC (Connecting Early Medieval European Collections). Museen in Amsterdam, Athen, Bonn, Brüssel, Budapest, Dublin, Jaén und Rom sowie zahlreiche wissenschaftliche und technische Partner aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Irland haben es ermöglicht, herausragende Objekte in Verbindungen mit innovativen Medien- und Vermittlungstechniken gemeinsam zu präsentieren. So entsteht das spannende und vielfach neue Bild einer uns zu Unrecht so fern erscheinenden Welt. Mit ihren Ideen, Religionen und Kulturen prägt sie Europa und den mediterranen Raum bis heute.

Hausarzt 360° - Das LMU-Leadership-Programm für die ambulante Medizin startet

In Bayern stehen rund 600 Hausarztpraxen leer. Aber auch Führungskräfte für die ambulante Versorgung in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung fehlen. Ein neuartiges Weiterbildungs-Programm für angehende Ärzte soll nun Abhilfe schaffen: Bislang einmalig startete im November das Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum der Universität München das LMU-Führungskräfte-Programm. Junge Ärztinnen und Ärzte erhalten eine klinische Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin sowie Leitungskompetenzen für ihre späteren Aufgaben.

Mit einem umfassenden Leadership-Programm im Fach Allgemeinmedizin stellt die Ludwig-Maximilians-Universität und das Klinikum der Universität München neue Weichen für die ambulante Versorgung: Im November 2017 starteten die ersten jungen Ärztinnen und Ärzte auf ihrem Weg zu exzellenten Führungskräften für ihr Fachgebiet. Darüber hinaus wurde in Kooperation mit dem LMU-Center for Leadership and People Management eine neuartige Leadership-Ausbildung auf internationalem Top-Niveau aufgelegt. Professor Dr. Jochen Gensichen, seit letztem Jahr Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin und Leiter des Programms, „will die besten der nächsten Ärztegeneration für die ambulante Medizin gewinnen. Sie sollen es in die Hand nehmen, weil sie es dann können“. So wurden unter zahlreichen Bewerbern die ersten fünf Assistenzärztinnen und -ärzte ausgewählt. Benedikt Lenzer ist einer: „Wir können Menschen helfen, uns wissenschaftlich politisch positionieren und die Zukunft unserer Fachrichtung mitgestalten.“

Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor des Klinikums der Universität München: „Das LMU-Klinikum bildet jährlich mehr als 150 Fachärzte auf höchstem Niveau aus – v.a. für Krankenhäuser. Nun können wir unseren Beitrag für die ambulante Versorgung leisten.“ Über die kommenden drei Jahre werden die Trainees in viertel- bis halbjährlichen Intervallen über die Stationen des LMU-Klinikums rotieren. Sie werden systematisch zu medizinischen Führungspersönlichkeiten für die ambulante hausärztliche Versorgung ausgebildet. In den anschließenden beiden Jahren werden sie in niedergelassenen Hausarztpraxen arbeiten und dann mit dem Facharzt für Allgemeinmedizin abschließen. Diesen mit dem Potential, die Zukunft der Patientenversorgung, der Wissenschaft und unserer Gesellschaft mitzugestalten.

Das Programm Hausarzt 360° umfasst folgende Aspekte:

·         Strukturierte klinische Qualifizierung auf universitärem Niveau in den wichtigsten medizinischen Fachgebieten
·         Arbeit in wissenschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Projekten zur Verbesserung der ambulanten Patientenversorgung in Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft, Gesundheitspolitik und -wirtschaft
·         Qualifizierung u.a. in Öffentlichkeitsarbeit, Didaktik, Betriebswirtschaft und Führungskompetenz
·         Einführung in das nationale und internationale Kooperationsnetzwerk des Instituts für Allgemeinmedizin und seiner Partner

Dieses Programm findet großzügige finanzielle Unterstützung:

Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), „erwartet sich vom ‚Leadership-Projekt‘ der LMU eine Aufwertung des Fachs Allgemeinmedizin im universitären Kontext und damit langfristig auch in der medizinischen Versorgung.“

Dr. Wolfgang Krombholz, 1. Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), „erhofft sich mit dem Programm die nachhaltige Stärkung der ambulanten Versorgung in Bayern.“

Dr. Dieter Geis, 1. Vorsitzender Hausärzteverband Bayerns, „erkennt die großen Chancen Hausarztmedizin für die Patienten zukunftssicher zu machen.“

Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern, „erhofft sich starke Ärzte für die sichere ambulante Versorgung – nicht nur – der AOK-Versicherten.“<>

Das LMU-Führungskräfteprogramm soll ausgebaut werden.
Interessenten können sich über die Homepage des Instituts für Allgemeinmedizin informieren und bewerben.

Freitag, 1. Dezember 2017

LVR-LandesMuseum Bonn zeigt die Ausstellung „Bernd Schwering. Leuchtende Steine“

Ein Maler an den Orten der Zisterzienser / Laufzeit: 30.11.2017-18.2.2018

Unter dem Titel „Bernd Schwering. Leuchtende Steine. Ein Maler an den Orten der Zisterzienser“ präsentiert das LVR-LandesMuseum Bonn vom 30.11.2017 bis 18.2.2018 Gemälde des Malers Bernd Schwering.

Der 1945 geborene Maler und Grafiker Bernd Schwering befasst sich in seiner Serie „Leuchtende Steine“ seit elf Jahren in intensiven Recherchen und Reisen mit dem Orden der Zisterzienser. Schwering besucht bereits vergangene und heute noch erhaltene Zisterzienserklöster in ganz Europa, dokumentiert die jeweiligen Abteien in unzähligen Fotografien und erstellt auf deren Basis in realistischer Malerei eine ganz neue Ansicht der zisterziensischen Architektur.

Da werden Bänke, die sich eigentlich im Mittelschiff befinden, zugunsten des Lichtspiels weggelassen, oder ein Ausblick gewählt, den man in der Realität wegen des dichten Baumbestands so niemals sähe. Schwerings feinmalerische Technik führt zu einem faszinierenden Realismus, der seine Wirkung auch bei näherer Betrachtung nicht einbüßt. Ergänzend zu den Malereien zeigen zahlreiche Fotografien den Zustand der Zisterzienserklöster vor Ort und dokumentieren die Entstehung der jeweiligen Werke.

Die Ausstellung wird durch Dr. Karl Albrecht unterstützt. Als Initiator und Dialogpartner hat er Bernd Schwering und das Projekt von Anfang an begleitet.

24 Stunden für die Patienten in Bereitschaft - Nacht- und Notdienst in der Apotheke

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Nicht nur während der allgemeinen Ladenöffnungszeiten sind die Apotheken verlässliche Ansprechpartner, auch nachts, am Wochenende oder an Feiertagen wie Weihnachten und Silvester stehen sie in Notsituationen bereit. Wenn eine plötzliche Erkrankung, starke Schmerzen oder andere Ereignisse einen dringenden Bedarf an Arzneimitteln und fachlicher Beratung hervorrufen, ist die Apotheke vor Ort für die Patienten da. Es ist sichergestellt, dass jeder Bürger in zumutbarer Entfernung, überwiegend in Entfernungen von 10 bis 20 km abhängig von der Besiedlungsdichte, rund um die Uhr einen Apotheken-Notdienst für seine Notfälle zur Verfügung hat, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

24 Stunden Bereitschaft
Während eines Notdienstes ist eine diensthabende Apotheke immer für 24 Stunden in Bereitschaft. Der Apotheker ist in dieser Zeit rund um die Uhr erreichbar – auch in der Nacht. Er hält sich entweder in einem Nachtdienstzimmer in der Apotheke oder mit einer Sondergenehmigung zuhause in der Nähe der Apotheke auf. Auch dort ist er per Apothekenklingel über eine Rufumleitung telefonisch uneingeschränkt erreichbar und binnen zehn Minuten in der Apotheke, um Patienten versorgen zu können. Nachts werden Patienten in der Regel aus Sicherheitsgründen über eine sogenannte Notdienst-Klappe mit den Medikamenten versorgt.
„noctu“ – Gebühr wird von der Krankenkasse gezahlt
Patienten können rezeptpflichtige und frei verkäufliche Arzneimittel für die Selbstmedikation während des Notdienstes abholen sowie eine persönliche oder notfalls auch eine telefonische Beratung in Anspruch nehmen. Für die Inanspruchnahme des Notdienstes nehmen Apotheken eine Gebühr von 2,50 Euro. Diese ist einmalig zu entrichten, unabhängig von der Zahl der eingelösten Rezepte oder der gekauften Medikamente. Sollte der notdiensthabende Arzt das Feld „noctu“ auf dem Notdienst-Rezept angekreuzt haben, wird diese Gebühr von der Krankenkasse übernommen.
Der Weg zur nächsten Apotheke
Sind sich Patienten nicht sicher, wo sie die nächste Notdienstapotheke  finden, können sie sich über die deutschlandweit geltende Mobilnummer 22833, über www.apothekerkammer-nds.de/notdienstportal, aponet.de oder die Festnetznummer 0800 00 22833 erkundigen. Zusätzlich gibt es die kostenlose Apothekenfinder-App, die auch die Entfernung zur nächsten Apotheke sowie Telefonnummer und Wegbeschreibung enthält.
Pro Nacht- und Notdienst nutzen durchschnittlich 20.000 Patienten den Notdienst in Deutschland. Im Jahr 2016 kamen die Apotheker in Deutschland auf 478.000 Notdienste.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 27. November 2017

#fischdetektive sammeln genetische Flossenabdrücke

Mehr als 750 Kinder und Jugendliche haben als #fischdetektive im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane die Kennzeichnung von Speisefischen untersucht / Das Citizen-Science-Projekt ist die bislang umfangreichste deutsche Studie zur Fisch-Etikettierung

Berlin, 27.11.2017. Kann sich der Verbraucher sicher sein, dass Fisch und Meeresprodukte auch korrekt bezeichnet werden? Wo und wie wurden sie gefangen? Bei dem Citizen-Science-Projekt #fischdetektive im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane haben Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren den Fisch im deutschen Handel unter die Lupe genommen. Während der dreiwöchigen #fischdetektive challenge haben sie im Juni 2017 insgesamt 647 Fischgewebeproben gewonnen und ans GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel geschickt. Mit den umfangreichen Ergebnissen existiert nun erstmalig eine solide Datenbasis zum Thema Fehletikettierung in Deutschland.

Die vorliegende Studie ist mit exakt 468 Proben die bisher umfangreichste zur Etikettierung deutscher Fischprodukte. „Aus den Proben konnten wir in fast drei Viertel der Fälle einen genetischen Barcode, also eine Art genetischen ‚Flossenabdruck‘ gewinnen und so die Identität der Fische überprüfen", freut sich Projektkoordinatorin Dr. Anna Bockelmann. Sie hofft zudem, bei den Kindern und Jugendlichen mit diesem Projekt Interesse für das Meer und eine nachhaltige Fischerei geweckt zu haben. „Wir möchten ihnen aufzeigen, dass sie als mündige Verbraucher selbst Einfluss nehmen können."

Das Projekt zeigt außerdem eindrucksvoll die Vorteile eines Bürgerforschungsprojekts. „Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der #fischdetektive challenge erhielten wir Proben aus ganz Deutschland, sodass uns sehr repräsentative Ergebnisse vorliegen", so Bockelmann. Die einzige andere umfassende Studie, die bereits als Referenz existiere, hatte nur etwa ein Viertel so viele Proben als Datengrundlage und wurde ausschließlich im norddeutschen Fischhandel durchgeführt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am GEOMAR konnten darüber hinaus zeigen, dass Kinder und Jugendliche der präzisen und akkuraten Arbeitsweise eines wissenschaftlichen Projekts gewachsen sind.

Die gute Nachricht ist: Beim größten Teil der analysierten Fischproben stimmte der genetische Barcode mit der angegebenen Fischart überein. Nur bei fünf Prozent der Fische (27 Proben) war dies nicht der Fall. Unter diesen waren neun Fische, bei denen man eine absichtsvolle Fehletikettierung annehmen kann. Hier war in sechs Fällen anstelle einer teureren Fischart eine preiswertere verkauft worden (ein sogenanntes „upgrading"). Bei drei weiteren Proben wurden atlantische durch pazifische Arten ersetzt. Die am häufigsten untersuchten Fische waren Alaska Seelachs, gefolgt von Seelachs und Kabeljau bzw. Dorsch. Neben diesen bei Deutschen sehr beliebten Fischarten wurden Proben von 37 weiteren Arten eingesandt, darunter auch Exoten wie der Japanische Aal und der Petersfisch. Die meisten beprobten Fische sind mit Schleppnetzen im Nordostatlantik gefangen worden und wurden von den Fischdetektiven als tiefgefrorenes Filet im Supermarkt gekauft.

Untersuchungen in anderen europäischen Ländern hatten zuvor mit deutlich mehr Fehletikettierungen für erhebliches Aufsehen gesorgt. Diese Studien beschränkten sich allerdings auf solche Fischprodukte, wo eine Fehletikettierung einfacher ist, beispielweise Sushi, Plattfischfilets oder verarbeitete Fischprodukte wie Dosenfisch. Die Fischdetektive dagegen untersuchten ausschließlich unverarbeiteten Fisch. „Um Studien miteinander vergleichen zu können, muss sehr genau auf die Untersuchungsbasis geschaut werden, sonst vergleichen wir Äpfel mit Birnen", so der Leiter der Studie Prof. Thorsten Reusch. Eine Schlussfolgerung, dass die Etikettierung in anderen europäischen Ländern unehrlicher ist, ist also zurzeit nicht möglich. Das Projekt #fischdetektive könnte aber in Zukunft auch auf solche Produkte ausgeweitet werden. Außerdem wünscht sich Reusch eine Verfeinerung der genetischen Methodik, um nicht nur die Fischart, sondern auch die genaue Herkunft der Speisefische bestimmen zu können. „Denn nur so lässt sich abschließend beurteilen, ob der Fisch auf unserem Tisch aus einem nicht bedrohten Bestand kommt."

Die vollständigen Ergebnisse und Begleitinformationen zur #fischdetektive challenge finden Sie unter www.fischdetektive.de. Sie sollen nun auch in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht werden.

Wissenschaftsjahr 2016*17 Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Meere und Ozeane bedecken zu rund 70 Prozent unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit langem; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 geht es um die Entdeckung der Meere und Ozeane, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Donnerstag, 23. November 2017

Viele wollen es vorher wissen: Was kostet der Tod?

Hamburg - Die Deutschen geben ungern zu viel Geld aus und vergleichen lieber vorab die Preise. Selbstverständlich gilt das auch, wenn es um die Kosten einer Bestattung geht. Hier wollen sogar immer mehr Menschen ganz frühzeitig Klarheit haben, zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Bestattungen.de.

Um 119 Prozent ist die Zahl der Vorsorgeanfragen bei Bestattungen.de binnen Jahresfrist gestiegen. Im Vergleich des ersten Halbjahres 2016 mit den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hat sich die Zahl derer, die ihre eigene Beerdigung planen oder Angehörigen dabei helfen, eine Bestattungsvorsorge abzuschließen, demnach mehr als verdoppelt.

Warum beschäftigen sich so viele Menschen mit dem eigenen Ableben?

"Eine Bestattung kann viel Geld kosten. Je nach Bestattungsart und Region reden wir hier schnell von mindestens 2.000 Euro an Kosten nur für den Bestatter – ohne Gebühren für den Friedhof. Eine Menge Geld, das nicht in jedem Haushalt einfach mal so verfügbar ist. Viele Menschen wollen ihre Familie in der Zukunft damit nicht belasten", so Bestattungen.de-Geschäftsführer Thomas Hellwege. "Es ist deshalb richtig, sich mit kühlem Kopf schon im Vorfeld zu informieren, Bestattungsvarianten zu vergleichen und sich über eine finanzielle Vorsorge etwa in Form einer Sterbegeldversicherung Gedanken zu machen."

Eigene Vorstellungen und Wünsche für die Bestattung festzulegen, ist ebenfalls ein Grund für eine Bestattungsvorsorge. Es gibt viele Fragen, die im Trauerfall zu klären sind. Wenn vorher nichts besprochen oder verfügt wurde, müssen die Angehörigen entscheiden: "Hätte sich der Verstorbene eine große Trauerfeier oder einen stillen Abschied gewünscht?", "Ist eine Einäscherung das Richtige?" und "Kommt eine Seebestattung infrage?". Sucht man schon zu Lebzeiten nach Antworten, müssen die Angehörigen diese wichtigen Dinge nicht später bestimmen.

Nicht nur die Wünsche zur eigenen Bestattung kann man festlegen, sondern auch direkt ein Bestattungsinstitut mit der späteren Ausführung betrauen. In einer sogenannten Bestattungsvorsorge kann der preisliche und organisatorische Rahmen rechtssicher festgelegt werden.

"Die Erfahrung aus unzähligen Gesprächen unserer Kundenberater mit Ratsuchenden zeigt, dass der über Jahrzehnte eingeschlagene Weg, der immer zum Bestatter um die Ecke führte, oft sehr teuer sein kann. Man sollte Angebote vergleichen und sich umfassend beraten lassen, bevor man einen Vertrag abschließt", meint Thomas Hellwege. Einen unverbindlichen Preis- und Leistungsvergleich von Bestattungsunternehmen aus ganz Deutschland erhalten Interessierte auf Bestattungen.de
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Über Bestattungen.de

Die Webseite www.bestattungen.de ist ein führendes Vergleichsportal für Bestattungsdienstleistungen in Deutschland. Mehrere Hunderttausend Nutzer informieren sich hier monatlich zu den Themen Bestattung und Vorsorge. Nutzer erhalten auf der von der Gesellschaft für Bestattung und Vorsorge (GBV mbH) betriebenen Seite unverbindlich Angebote von seriösen Bestattern. Das komplette Angebot ist für den Verbraucher kostenlos.

Freitag, 17. November 2017

Grabungen in Eppelsheim müssen weitergehen

Fund und Lebensbild des Menschenaffen Paidopithex aus dem Taschenbuch "Der Ur-Rhein" von Ernst Probst


Eppelsheim / Mainz (internet-zeitung) – Der Fund von zwei Zähnen aus rund 10 Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins bei Eppelsheim und deren Deutung als Menschenaffenfossilien hat in der Fachwelt großes Aufsehen erregt. Nach Ansicht einiger deutscher Forscher aus Mainz und Koblenz ähneln diese beiden Zähne in Struktur und Form verblüffend Zähnen von Vormenschen aus Äthiopien. Andere Wissenschaftler dagegen meinen, nur einer der zwei Zähne aus Eppelsheim stamme von einem Affen und der andere von einem Wiederkäuer.

Wie dem auch sei: Selbst wenn es sich bei den zwei Funden vom September 2016 lediglich um einen Affenzahn und einen Wiederkäuerzahn handeln sollte, wäre dies immer noch ein großer Grabungserfolg. Die bisher bei Eppelsheim entdeckten Zähne und Knochen, die von Koryphäen unterschiedlich Affen oder Menschenaffen zugeschrieben werden, sind nämlich große Seltenheiten. Es handelt sich um einen Oberschenkelknochen der Gattung Paidopithex, Zähne von Rhenopithecus und um ein unscheinbares Fingerknochenfragment von Dryopithecus. Die von 1820 bis heute bei Eppelsheim geborgenen Affen- und Menschenaffenfossilien fänden in einem Karton, in den eine Sektflasche passt, genügend Platz.

Der Oberschenkelknochen von Paidopithex stimmt mit keinem von ausgestorbenen Affen oder Menschenaffen überein. Die Zähne des angeblichen Menschenaffen Rhenopithecus sollen mit der erstmals aus Ungarn wissenschaftlich beschriebenen Affenart Anapithecus identisch sein. Und die Deutung als Fingerknochenfragment von Dryopithecus ist umstritten.

Klarheit über die wahre Natur der Funde von Eppelsheim könnten neue aussagekräftigere Entdeckungen bringen. Dafür sind aber weitere Grabungen in den Ablagerungen des Ur-Rheins erforderlich, der etliche Kilometer weiter westlich als der heutige Rhein floss.

Bei weiteren Grabungen in der Gegend von Eppelsheim kann man noch auf viele spektakuläre Funde hoffen. Bisher hat man dort noch keine mehr als 1 Meter lange Riesensalamander, keine Papageien, Flamingos und andere exotische Vögel, keine Schädel und bezahnten Kiefer von Affen und Menschenaffen geborgen. Auch interessante Erkenntnisse über den Klimawandel, den Untergrund in Rheinhessen und den Ur-Rhein – und wer weiß was sonst noch – könnte man bei neuen Untersuchungen gewinnen. Dafür braucht man allerdings Geduld, Geld und Grabungsglück.







Montag, 13. November 2017

Flugsaurier ziert Titel des Buches "Tiere der Urwelt"



Berlin / München / Wiesbaden (internet-zeitung) – Ein riesiger Flugsaurier der Gattung Pteranodon („zahnloser Flügel“) ziert die Titelseite des Taschenbuches „Tiere der Urwelt“ (GRIN-Verlag, München) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Dieser Flugsaurier lebte in der Kreidezeit vor 86 bis 72 Millionen Jahren in Nordamerika, hatte eine Flügelspannweite bis zu neun Metern und war ein Zeitgenosse von Dinosauriern. Wie sein Name verrät, trug Pteranodon keine Zähne im langen Schnabel.

Der Flugsaurier Pterandon ist eines der vielen Tiere aus der Urzeit, die der Berliner Tiermaler Heinrich Harder (1858-1935) in Büchern, Zeitschriften, Sammelalben und auf Außenfassaden von Gebäuden porträtiert hat. Diesem unvergessenen Künstler, der vor mehr als 150 Jahren in dem kleinen Dorf Putzar in Vorpommern zur Welt kam, ist das vorläufig jüngste Werk von Ernst Probst gewidmet. Das Taschenbuch präsentiert Bilder urzeitlicher Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere.

Heinrich Harder arbeitete eng mit dem deutschen Schriftsteller Wilhelm Bölsche (1861–1939) zusammen, der vor allem naturwissenschaftliche Werke veröffentlichte. Harder illustrierte viele der von Bölsche verfassten Artikel und Bücher. Andererseits schrieb Bölsche die Texte zu Sammelbildern, die Harder von Urzeittieren angefertigt hatte.

An Außenfassaden des Aquariums Berlin sind heute noch Darstellungen urzeitlicher Tiere von Heinrich Harder zu bewundern. Sieben große Reliefs zeigen den Phytosaurier Belodon, den Panzer-Dinosaurier Polacanthus, die Landschildkröte Meiolania, die Bastard-Echse Nothosaurus, die Platten-Echse Stegosaurus, den Horn-Dinosaurier Triceratops und den Entenschnabel-Dinosaurier Claosaurus. Sieben große Bilder präsentieren den bis zu fünf Meter langen Urlurch Mastodonsaurus, Ammoniten, den Wangensaurier Pareiasaurus, Plesiosaurier, Ichthyosaurier (Fischsaurier), den Flugsaurier Pteranodon und den säugtierähnlichen Saurier Edaphosaurus. Auf kleineren Schlusssteinen über dem Eingang und über Fenstern werden weitere Tiere dargestellt.

Das reich bebilderte Buch „Tiere der Urwelt“ von Ernst Probst schildert das Leben und Werk des unvergessenen Künstlers Heinrich Harder. Es enthält rund 70 Abbildungen von der Internetseite „The Wonderful Paleo Art of Heinrich Harder“ von David Goldman, 17 Fotos des Paläontologen Dr. Heinrich Mallison und weitere Aufnahmen.

Ernst Probst hat von 1986 bis heute rund 300 Bücher, Taschenbücher und Broschüren sowie mehr als 300 E-Books veröffentlicht. Er schrieb vor allem populärwissenschaftliche Werke aus den Themenbereichen Paläontologie, Zoologie, Kryptozoologie, Archäologie, Geschichte, Luftfahrt sowie Biografien über berühmte Frauen und Männer.

Werke von Ernst Probst über Paläontologie: Deutschland in der Urzeit, Rekorde der Urzeit (1992), Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere (2008), Dinosaurier in Deutschland (1993 zusammen mit Raymund Windolf), Archaeopteryx. Die Urvögel aus Bayern, Dinosaurier in Deutschland. Von Compsognathus bis zu Stenopelix (2010), Dinosaurier in Baden-Württemberg, Dinosaurier in Bayern, Dinosaurier in Niedersachsen, Dinosaurier von A bis K, Dinosaurier von L bis Z, Raub-Dinosaurier von A bis Z, Deutschland im Eiszeitalter, Der Ur-Rhein, Als Mainz noch nicht am Rhein lag, Der Rhein-Elefant, Krallentiere am Ur-Rhein, Menschenaffen am Ur-Rhein, Säbelzahntiger am Ur-Rhein, Das Dinotherium-Museum in Eppelsheim (zusammen mit Dr. Jens Lorenz Franzen und Heiner Roos), Höhlenlöwen, Der Höhlenlöwe, Der Mosbacher Löwe, Säbelzahnkatzen, Die Dolchzahnkatze Megantereon, Die Dolchzahnkatze Smilodon, Die Säbelzahnkatze Homotherium, Die Säbelzahnkatze Machairodus, Der Europäische Jaguar, Eiszeitliche Geparde in Deutschland, Eiszeitliche Leoparden in Deutschland, Eiszeitliche Raubkatzen in Deutschland, Der Amerikanische Höhlenlöwe, Der Ostsibirische Höhlenlöwe,  Löwenfunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Der Höhlenbär, Johann Jakob Kaup. Der große Naturforscher aus Darmstadt, Das Mammut (Mit Zeichnungen von Shuhei Tamura), Tiere der Urwelt. Leben und Werk des Berliner Malers Heinrich Harder

Werke von Ernst Probst über Zoologie: Mit Gorillas auf Du. Kurzbiografie der Primatologin und Zoologin Dian Fossey, Mit Schimpansen auf Du. Kurzbiografie der Primatologin Jane Goodall, Mit Orang-Utans auf Du. Kurzbiografie der Anthropologin und Anthropologin Biruté Galdikas

Bestellungen des E-Books oder Taschenbuches „Tiere der Urwelt. Leben und Werk des Berliner Malers Heinrich Harder“ bei:
http://www.grin.com/de/e-book/279818/tiere-der-urwelt

Säbelzahnkatze Machairodus jagte am Ur-Rhein wie ein Tiger















Lebensbild des Säbelzahntigers Machaidodus von F. John


Wiesbaden (internet-zeitung) – Der „Säbelzahntiger“ Machairodus aphanistus, der vor etwa zehn Millionen Jahren am Ufer des Ur-Rheins lebte, jagte wie ein heutiger Tiger. Er lauerte oft stundenlang im hohen Gras oder in Nähe einer Wasserstelle auf ein Beutetier. Wenn ein solches erschien, schlich er so dicht wie möglich an sein Opfer heran, bis er dieses mit wenigen Sprüngen angreifen konnte. Häufig war der Hals sein Angriffsziel. Mit Hilfe seiner enormen Beißkraft wurden dem Beutetier die Halswirbel und das Rückenmark durchtrennt.

Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Säbelzahnkatzen“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Dieses reichbebilderte, 328 Seiten umfassende Werk ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ erschienen und in rund 1.000 Online-Buchshops sowie in jeder guten Buchhandlung erhältlich. Bei „GRIN“ http://www.grin.com/e-book/127539/saebelzahnkatzen wird auch ein preisgünstiges E-Book im PDF-Format angeboten.

Der „Säbelzahntiger“ Machairodus aphanistus hatte etwa die Größe eines heutigen Löwen in Afrika. Er erreichte demnach eine Schulterhöhe von ca. einem Meter und eine Kopfrumpflänge ohne Schwanz von rund 1,90 Metern. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde diese Raubkatze 1833 von dem Darmstädter Paläontologen und Zoologen Johann Jakob Kaup (1803-1873).

In dem reich bebilderten Taschenbuch „Säbelzahnkatzen“ von Ernst Probst werden alle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nachgewiesenen „Säbelzahntiger“ in Wort und Bild vorgestellt. Heute spricht man statt von „Säbelzahntigern“ von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen.

Die frühesten Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen lebten bereits vor rund zehn Millionen Jahren in Deutschland und gehörten zu einer exotischen Tierwelt mit Rhein-Elefanten, Ur-Elefanten, hornlosen und gehörnten Nashörnern, Wildpferden, Antilopen, krallenfüßigen Huftieren, Bärenhunden, Hyänen und Menschenaffen. Ein räuberischer Zeitgenosse der Säbelzahnkatze Machairodus aphanistius war die nur etwa halb so große Dolchzahnkatze Paramachairodus ogygius.

Im Eiszeitalter vor etwa einer Million Jahren existierten in Deutschland die Säbelzahnkatze Homotherium crenatidens und die Dolchzahnkatze Megantereon cultridens. Homotherium zählte auch zur Tierwelt aus dem Eiszeitalter vor etwa 600.000 Jahren. Damals lebten in Deutschland riesige Löwen mit einer Gesamtlänge bis zu 3,60 Metern, Europäische Jaguare, Leoparden und Geparden, wie Funde aus der Gegend von Wiesbaden und Heidelberg belegen.

Außer den in Deutschland vorkommenden „Säbelzahntigern“ werden in dem Taschenbuch von Ernst Probst auch Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen aus Afrika, Asien und Amerika in Wort und Bild vorgestellt. Zum Beispiel die Dolchzahnkatze Smilodon populator aus Südamerika mit bis zu 28 Zentimeter langen furchterregenden Eckzähnen. In einem Kapitel werden die wichtigsten Funde von Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen aus aller Welt aufgelistet.

Mit Raubtieren aus dem Eiszeitalter befasst sich Ernst Probst auch in seinen Taschenbüchern „Höhlenlöwen“ und „Der Höhlenbär“, die ebenfalls bei „GRIN“ erschienen sind. Im Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ schildert er die exotische Landschaft und Tierwelt vor rund zehn Millionen Jahren, als es noch wärmer und feuchter als heute war.

Sonntag, 12. November 2017

Als am Ur-Rhein räuberische Bärenhunde jagten



Eppelsheim (internet-zeitung) – Im Miozän vor rund zehn Millionen Jahren haben am Ur-Rhein in Rheinhessen neben Säbelzahntigern und Hyänen auch räuberische Bärenhunde gejagt. Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.

Bei den Bärenhunden (wissenschaftlich Amphicyonidae genannt) handelt es sich um eine ausgestorbene Familie der Hundeartigen Raubtiere. Sie glichen äußerlich einer Mischung aus Bären und Hunden, weswegen man sie als Bärenhunde oder Hundebären bezeichnet.

Die Form ihres Körpers erinnerte an Bären, die Form ihres Kopfes und die Anordnung ihrer Zähne dagegen an Bären. Diese Raubtiere traten – wie Bären und der Mensch – mit der ganzen Sohle auf (Sohlengänger) anstatt nur mit den Zehen (Zehengänger) wie die meisten Katzen.

Im Miozän (etwa 23 bis 5 Millionen Jahre) entwickelten sich verschiedene Formen von Bärenhunden vom Allesfresser bis zum hochspezialisierten Fleischfresser. Als bekannteste Gattung der Bärenhunde im Miozän gilt Amphicyon. Sie ist auch aus den etwa zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins in Rheinhessen nachgewiesen.

In Deutschland war der Bärenhund Amphicyon im Miozän eines der größten Raubtiere. Männliche Tiere dieser Gattung waren bis zu zwei Meter lang und wogen schätzungsweise bis zu 300 Kilogramm. Amphicyon sah aus wie ein großer Bär, trug aber scharfe Zähne wie ein Wolf. Sein Hals war dick, seine kurzen Beine wirkten gedrungen und der Schwanz sah kräftig aus. Das weiß man aufgrund eines Skelettfundes dieser Gattung aus Südfrankreich.

Der Bärenhund Amphicyon lebte ähnlich wie ein heutiger Braunbär. Wie Letzterer fraß er Pflanzen (Beeren, Nüsse und andere Früchte) sowie Fleisch. Seine Beutetiere tötete er mit kräftigen Prankenschlägen. Mit seinen großen Muskelansatzstellen am Schädel und seinen kräftigen Reißzähnen konnte Amphicyon vermutlich sogar große Knochen zerbeißen.

Die aus den Dinotheriensanden bei Eppelsheim bekannte Art Amphicyon eppelsheimensis (früher Amphicyon major eppelsheimensis genannt) erreichte eine Gesamtlänge von ca. 1,90 Metern und eine Schulterhöhe von etwa 0,85 Meter. Amphicyon eppelsheimensis wurde 1930 von dem Darmstädter Paläontologen Karl Weitzel (1890–1949) beschrieben. Diese Art ist aus Eppelsheim, Gau-Weinheim und vom Wissberg bei Gau-Weinheim bekannt.

Ein weiterer Bärenhund namens Agnotherium antiquum aus Eppelsheim wurde bereits 1833 von dem Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup beschrieben. Ihm war bei der Namengebung bewusst, dass es sich um ein gefährliches Raubtier handelt. Der Gattungsname Agnotherium besteht nämlich aus den griechischen Wörtern „agnostos“ (unbekannt) und „therion“ (wildes Tier).

Das reich bebilderte Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ ist in zahlreichen Online-Buchshops – wie Amazon, Bol.de, Buch.de, GRIN oder Libri – erhältlich. Bei „GRIN“ gibt es unter der Internetadresse http://www.grin.com/e-book/120422/der-ur-rhein wahlweise ein gedrucktes Taschenbuch oder ein preisgünstiges E-Book im PDF-Format.

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Auswahl von Online-Buchshops, bei denen das Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ erhältlich ist:

buecher.de
http://www.buecher.de/shop/Fachbuecher/Der-Ur-Rhein/Probst-Ernst/products_products/shop/prod_id/25855116/

Buch24.de
http://www.buch24.de/1007-0/shopdirekt.cgi?isbn=3640248015

Otto
http://www.otto.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/WFS/Otto-OttoDe-Site/de_DE/-/EUR/OV_Media-ViewQuickSearch;sid=0O7TWv8lyZjRW7ap8dm5M5MvdrZfk5hgumJK1S5F9K6cMObiRVigQGG59K6cMOhypXLplwgv?ls=0&commit=true&fh_search=3640248015&fh_search_initial=3640248015&isISBNEAN=true

Amazon
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3640248015/ref=nosim/netbutler0f

Thalia.de
http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/EAN9783640248018/?zanpid=1204753336306240512

lion.cc
http://www.lion.cc/shop/home/rubrikartikel/ISBN3640248015/?zanpid=1204753459186764800

Libri.de

Lesen.de

jpc.de

buch.de

booklooker.de

bol.de

alphamusic.de

azur,.be

Amazon

buch.ch

bol.ch

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Inhalt des Taschenbuches „Der Ur-Rhein“:

Ein wichtiges Mosaikstück in der teilweise immer noch rätselhaften Geschichte des viertgrößten Stromes Europas ist der Ur-Rhein in Rheinhessen gegen Ende des Miozäns vor etwa zehn Millionen Jahren. Ablagerungen dieses Flusssystems sind die nach einem Rüsseltier bezeichneten Dinotheriensande.

Der Ur-Rhein in Rheinhessen floss ab dem Raum Worms – weiter westlich als in der Gegenwart – auf die Binger Pforte zu. Der damalige Fluss berührte nicht – wie heute – die Gegend von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim, Mainz, Wiesbaden und Ingelheim. Das geschah erst später.

Am Ur-Rhein existierte eine exotische Tierwelt, wie man vor allem durch Funde bei Eppelsheim, am Wissberg bei Gau-Weinheim und bei Dorn-Dürkheim weiß. In der Gegend von Eppelsheim etwa lebten Rüsseltiere, Säbelzahnkatzen, Bärenhunde, Tapire, Nashörner, krallenfüßige „Huftiere“, Ur-Pferde und sogar Menschenaffen.

Eppelsheim genießt weltweit in der Wissenschaft einen guten Ruf. Zusammen mit dem Pariser Montmartre gehört der kleine Ort südlich von Alzey zu jenen großartigen Fossillagerstätten, mit denen die Erforschung ausgestorbener Säugetiere in Europa begonnen hat.

Obwohl sich viele Wissenschaftler mit dem Ur-Rhein befasst haben, gibt dieser Fluss weiterhin Rätsel auf. Es sind noch zahlreiche Grabungen und andere wissenschaftliche Untersuchungen nötig, um zumindest die wichtigsten Fragen über seine Entwicklung zu klären.

Das Taschenbuch „Der Ur-Rhein. Rheinhessen vor zehn Millionen Jahren“ stammt aus der Feder des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst. Er hat zahlreiche Werke über prähistorische Themen – wie „Deutschland in der Urzeit“, „Deutschland in der Steinzeit“, „Deutschland in der Bronzezeit“, „Rekorde der Urzeit“ und „Rekorde der Urmenschen“ – veröffentlicht. 2009 erschienen seine Taschenbücher „Höhlenlöwen“, „Säbelzahnkatzen“ und „Der Höhlenbär“.

Gewidmet ist das Taschenbuch „Der Ur-Rhein“ Dr. Jens Lorenz Franzen (geb. 1937), Paläontologe in Titisee-Neustadt, langjähriger Mitarbeiter des Forschungsinstitutes Senckenberg in Frankfurt am Main, Wiederentdecker der Dinotheriensand-Fundstelle und Begründer der ersten wissenschaftlichen Grabungen bei Eppelsheim,Heiner Roos (geb. 1934), dem Altbürgermeister von Eppelsheim, dessen Idee und Initiative das Dinotherium-Museum in Eppelsheim zu verdanken ist, sowie dem Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup (1803-1873), mit dem die Erforschung der Säugerfauna aus den Dinotheriensanden bei Eppelsheim einst angefangen hat.

Zum Gelingen des Taschenbuches „Der Ur-Rhein“ haben Heiner Roos, der Förderverein Dinotherium-Museum e. V. (Eppelsheim), Dr. Jens Lorenz Franzen, Dr. Gerhard Storch, Dr. Jens Sommer, Dr. Frank Holzförster, Professor Dr. Wolfgang Schirmer, Dr. Winfried Kuhn, Dr. Ursula Bettina Göhlich, Mag. Thomas Bence Viola, Dr. Oliver Sandrock, Dr. Thomas Keller und Thomas Engel maßgeblich beigetragen.

Zahlreiche Zeichnungen von Tieren, deren fossile Reste in den Dinotheriensanden bei Eppelheim entdeckt wurden, stammen von dem akademischen Maler Pavel Major aus Prag. Sie wurden mit freundlicher Genehmigung des Fördervereins Dinotherium-Museum e. V. (Eppelsheim) veröffentlicht.

Freitag, 10. November 2017

Schnelle Hilfe gegen Kopfschmerzen - Nebenwirkungen von ASS beachten

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Wenn der Kopf dröhnt und hämmert, verlässt man sich zur Linderung dieser Beschwerden gern auf die Wirkung von Acetylsalicylsäure, kurz ASS. Geht es um Kopfschmerzen, gilt ASS in einer Dosierung von 500 Milligramm als altbewährtes Schmerzmittel. Anders als andere Mittel wirkt ASS nicht nur schmerzstillend und entzündungshemmend, sondern verdünnt bereits bei geringen Dosierungen zusätzlich auch das Blut, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.
ASS wirkt als Blutverdünner
Die blutverdünnende Wirkung von ASS setzt bereits bei einer Dosis von unter 100 Milligramm Tageseinmaldosis ein.  Diese Wirkung baut sich in wenigen Minuten auf, hält dann aber über eine Woche an. Vor ärztlichen Eingriffen, zum Beispiel beim Zahnarzt, sollten Patienten den behandelnden Arzt informieren, in welcher Dosis sie zu welchem Zeitpunkt ASS eingenommen haben. Das OP-Team kann dann entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen. Für den Alltag ist es gut zu wissen, dass auch kleine Schnittverletzungen im Haushalt unter Umständen stärker bluten als gewohnt und besonders versorgt werden müssen. Auch bilden sich schneller blaue Flecke. Patienten, die bereits mit Ibuprofen behandelt werden, sollten nicht zusätzlich ASS einnehmen. Ist dies jedoch unvermeidlich, raten Apotheker dazu, zuerst ASS und dann im Abstand von mindestens zwei Stunden Ibuprofen einzunehmen. In der Dauermedikation sollte Ibuprofen nicht mit ASS kombiniert werden.
Gefahr durch Gewöhnung bei Schmerzen
Die Einnahme von ASS im Rahmen der Selbstmedikation bei Schmerzen ist auf bis zu vier Tage hintereinander zu begrenzen. Ohnehin gilt: Bestehen die Schmerzen länger, muss die Ursache unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Bei zu häufiger Einnahme von Schmerzmitteln droht zudem ein paradoxer Effekt. Es setzt eine Art Gewöhnung an das Medikament ein, die zur Folge hat, dass die Schmerzschwelle sinkt. Das heißt, Reize, die für gesunde Menschen harmlos sind, können bei den Betroffenen zu Schmerzempfindungen führen. Um diese zu bekämpfen, wird oftmals wieder ein Schmerzmittel genommen, in dessen Folge die Schmerzempfindlichkeit weiter steigt. So entsteht ein Teufelskreis, bei dem mehr Schmerzmittel immer mehr Schmerzen hervorrufen. Der einzige Ausweg aus diesem Kreislauf ist die konsequente Absetzung aller Schmerzmittel, welche jedoch unbedingt ärztlich begleitet werden sollte.
Alternativen zu ASS
Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren dürfen auf keinen Fall ASS einnehmen. Nur auf zwingenden ärztlichen Rat und wenn andere Maßnahmen nicht anschlagen, kann es in Einzelfällen Ausnahmen geben. Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol oder Naproxen sind gute Alternativen zu ASS. Doch kein Schmerzmittel ist frei von Nebenwirkungen. Nimmt der Patient weitere Medikamente, besteht zusätzlich auch immer die Gefahr von Wechselwirkungen. Wer ein Schmerzmittel braucht, sollte sich deshalb Zeit für ein Beratungsgespräch in der Apotheke nehmen. Gemeinsam mit dem Apotheker wird dann das Schmerzmittel ermittelt, das am besten zum Schmerz und zur gesundheitlichen Konstitution passt. Wichtig ist auch, dass sich das Schmerzmittel mit der restlichen Medikation des Patienten verträgt. Vor allem gegen Migräne gibt es spezielle Medikamente, über deren Einsatz man sich in der Apotheke genau beraten lassen sollte.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 8. November 2017

Riesensalamander am Ur-Rhein?




Eppelsheim / Mainz (internet-zeitung) – Sind im Ur-Rhein vor rund 10 Millionen Jahren auch mehr als 1 Meter lange räuberische Riesensalamander der Art Andrias scheuchzeri geschwommen? Diese Frage wirft der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst auf, der sich in mehreren Büchern mit der exotischen Tierwelt von Eppelsheim und anderen berühmten Fundstellen am Ur-Rhein in Rheinhessen befasst hat.

Der Riesensalamander Andrias scheuchzeri spielt in der Geschichte der Paläontologie, der Wissenschaft von den Lebewesen und Lebewelten der geologischen Vergangenheit, eine wichtige Rolle. 1726 beschrieb der Schweizer Arzt und Naturforscher Johann Jacob Scheuchzer (1672-1733) diese Amphibienart erstmals als „Homo diluvii testis“ („der die Sintflut bezeugende Mensch“). Irrtümlicherweise deutete er ein 1725 bei Öhningen am Bodensee entdecktes Fossil als Skelett eines sündigen Menschen aus der Zeit vor der Sintflut. Er bezeichnet den Fund als „Beingerüst eines verruchten Menschenkindes, um dessen Sünde willen das Unglück über die Welt hereingebrochen sei“.

Bald wurden Zweifel an der phantasievollen Deutung von Scheuchzer laut. Der Schweizer Naturforscher Johannes Gessner (1709-1790) vermutete 1758, es handle sich um fossile Reste eines Welses (Silurus glanis). Dagegen deutete der niederländische Arzt Peter Camper (1722-1789) diesen Fund als Eidechse. 1802 kaufte der niederländische Arzt und Naturforscher Martinus van Marum den Original-Fund aus der Gegend von Öhningen für das „Teylers Museum“ in Haarlem (Niederlande).
Einige Jahre später stattete der berühmte französische Naturforscher Georges Cuvier (1769-1832) dem Museum in Haarlem einen Besuch ab. Er durfte das Fossil aus Öhningen genau untersuchen und konnte dabei die noch im Gestein verborgenen Knochen der vorderen Gliedmaßen freilegen. Cuvier erkannte die wahre Natur des Tieres als Amphibium.

Als wissenschaftlicher Erstbearbeiter gilt heute der Schweizer Naturforscher, Botaniker, Paläontologe und Pharmazeut Friedrich Holl (1790-1870), der die Art als Salamandra scheuchzeri wissenschaftlich gültig beschrieb. Ungefähr zur gleichen Zeit machte der bayerische Arzt, Japan- und Naturforscher Philipp Franz von Siebold (1796-1866) erste Exemplare des heutigen Japanischen Riesensalamanders bekannt. Nun fiel die Ähnlichkeit der heute lebenden Art aus Ostasien mit den Fossilfunden aus Europa auf. 1837 führte der Schweizer Naturforscher und Forschungsreisende Johann Jakob von Tschudi (1818-1889) den Gattungsnamen Andrias ein. Deswegen heißt der Riesensalamander bei Öhningen zu deutsch „Scheuchzers Menschenbild“.

Die Kopf-Rumpf-Länge von Andrias scheuchzeri erreichte mehr als 1 Meter. Der Schädel war maximal ungefähr 25 Zentimeter lang. Im Oberkiefer befanden sich 60 bis 110 Zähne, im Unterkiefer 65 bis 101. Die Vorderbeine hatten vier Zehen, die Hinterbeine fünf.

Fossile Reste des Riesensalamanders sind an vielen Fundstellen in Deutschland geborgen worden. Aus dem Chattium (28,1 bis 23,03 Millionen Jahre) stammen die Funde von Rott bei Hennef (Nordrhein-Westfalen) und Oberleichtersbach (Nordbayern). Ins Burdigallium (20,44 bis 15,97 Millionen Jahre) datiert man die süddeutschen Funde von Illerkirchberg, Ringingen-Frontal, Langenau, Eggingen-Mittelhart. Dem Langhium (15,97 bis 13,82 Millionen Jahre) rechnet man den Nachweis von der Fundstelle „Hambach 6C“ (Nordrhein-Westfalen) zu. Ins Serravallium (13,82 bis 11,62 Millionen Jahre) stellt  man die Funde von Öhningen, Kirchheim in Schwaben und Zeilarn. Zum Tortonium (11,62 bis 7,24 Millionen Jahre) gehören die Funde von Mörgen, Tiefenried, Derndorf, Eppishausen. Dem Tortunium rechnet man auch die Fossilien aus den rund 10 Millionen Jahre alten Fundstellen am Ur-Rhein (Westhofen, Eppelsheim, Bermersheim, Gau-Weinheim, der Wissberg bei Gau-Weinheim, der Steinberg (Napoleonshöhe) bei Sprendlingen) sowie aus Österreich (Götzendorf, Mataschen, Vösendorf-Brunn) zu. Das Tortonium ist nach der Stadt Tortona in der Provinz Alessandria, Region Piemont (Italien), benannt. Aus der Zeit vor rund 3 Millionen Jahren ist der Riesensalamander aus Willershausen (Niedersachsen) nachgewiesen.

Bei Grabungen an der weltbekannten Fossilienfundstelle Eppelsheim wäre noch viel zu entdecken. Erstmals könnten dort außer Resten von Riesensalamandern auch Fossilien von weiteren Affen und Menschenaffen sowie Vögeln (Flamingos, Papageien, Trogons und Mausvögel) ans Tageslicht geholt werden. Außerdem sind interessante Erkenntnisse über den Klimawandel möglich. Vor rund 10 Millionen Jahren war es nämlich nicht mehr so warm wie vor 20 Millionen Jahren, andererseits aber wärmer und feuchter als heute. Palmen und Krokodile gab es am Ur-Rhein nicht mehr.