Mittwoch, 16. August 2017

Aktuelles forscher-Magazin geht Meereswellen auf den Grund

In der aktuellen Ausgabe von „forscher – Das Magazin für Neugierige" im Wissenschaftsjahr 2016*17 stehen spannende Geheimnisse aus den Tiefen der Ozeane im Fokus.

Berlin, - Ab sofort ist die vierte und zugleich letzte Ausgabe von „forscher – Das Magazin für Neugierige" im Wissenschaftsjahr 2016*17 kostenfrei erhältlich. Kinder von acht bis zwölf Jahren können darin wieder die erstaunliche Welt der Meere und Ozeane entdecken. Im Wissenschaftsjahr 2018 wird sich das forscher-Magazin in zwei Ausgaben den Zukunftswelten der Arbeit widmen.

Unter dem Titel „Wellenalarm!" können die jungen Leserinnen und Leser in der aktuellen Ausgabe Monsterwellen auf den Grund gehen. Sie erfahren, wie Wellen entstehen, wie wir unsere Küsten vor ihnen schützen oder uns ihre enorme Kraft zunutze machen können. Und es geht auf Expedition in den Hafen: Warum sind Häfen seit jeher so wichtig für die Menschen und wie sieht der Seehandel von morgen aus? Außerdem tauchen die Kinder in die faszinierende Lebensweise von Seepferdchen ein und gewinnen einen Einblick in Mythen, die sich in fernen Ländern wie Japan oder Brasilien um einige Meeresbewohner ranken.

Wer beim Lesen Lust auf Meer bekommt, findet im Magazin zahlreiche Tipps, wo Familien im Wissenschaftsjahr 2016*17 Meeresforschung in Deutschland hautnah erleben können. Neben der Lektüre vieler spannender und anschaulich illustrierter Beiträge können die jungen Leserinnen und Leser auch selbst aktiv werden. Rätsel und Experimente mit Bastelanleitung wecken den Forschergeist.

„forscher – Das Magazin für Neugierige" wird seit 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgegeben und kostenlos von mehr als 1.000 Partnern vertrieben, darunter das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Jugendherbergen, Sea Life Centren, Museen, Zoos sowie Natur- und Freizeitparks. Mit einer Auflage von 280.000 zählt es zu den auflagenstärksten Kindermagazinen Deutschlands.

Hier gibt es das Heft:

Als E-Paper im Internet: www.forscher-online.de
Per Post: Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09, 18132 Rostock
Per Telefon: 030 18 272 272 1, per Fax: 030 18 10 272 272 1
 
Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane


Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Freitag, 11. August 2017

Homo Sapiens auf neuen Wegen - Neues Buch von Alexander Binsteiner



Neumarkt/Oberpfalz (internet-zeitung) - Die Menschen der Steinzeit waren keine Stubenhocker. Das steht spätestens seit der Entdeckung des Ötzi fest, der auf einem Alpenpass auf über 3000 Meter Höhe starb. Anatomisch gesehen ist der Mensch ein Langstreckenläufer und muss daher ständig in Bewegung sein.

Der Autor Alexander Binsteiner nimmt in seinem Buch „Homo Sapiens auf neuen Wegen“ mit auf eine spannende Reise durch die Steinzeit. An prominenten Beispielen mangelt es ihm dabei nicht, wenn er die Wanderbewegungen der Steinzeitmenschen nachzeichnet. Die Ursprünge weiträumiger Rohstofftransporte führen ihn zurück bis in die Zeit der Venus von Willendorf vor rund 30.000 Jahren.

Danach verfolgt er die Spuren von Grenzgängern über die Alpenpässe in der Ötzi-Ära ebenso wie die ersten sicher nachweisbaren Handelswege Europas, die über den Böhmerwald bis in das heutige Prag verliefen.

Das Unterwegssein über die Fernwege und Pfade der Steinzeit zeichnet sich in all seinen Projekten ab. Hinter all dem stecken für ihn aber auch die Begegnungen von Menschen mit ihren persönlichen Schicksalen.

Das Sachbuch erscheint am 1.9. 2017 zunächst als EBook zu 8,30 Euro; dann eine Woche später als Paperback zu 10,75 Euro. Umfang 150 Seiten.

Das EBook ist in den EBook-Shops von lokalen Buchhandlungen (ca. 1200 Shops) erhältlich.

Das gedruckte Buch kann beim Bogner-Verlag, Berg/Neumarkt/Oberpfalz, www.bogner-verlag.de bestellt werden.

Der Autor Alexander Binsteiner wurde 1956 in Wasserburg am Inn geboren. Nach einem Grundstudium der Vor- und Frühgeschichte in Mün­chen arbeitete er zunächst als örtlicher Grabungsleiter am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Danach studier­te er Geologie, Paläontologie und Mineralogie in Würzburg. Diese Fächer schloss er mit der Diplomprüfung ab. In den Jahren 1993 bis 1996 arbeitete er unter Konrad Spindler als Chef­geologe im Ötzi-Projekt an der Universität Innsbruck. Heute lebt Alexander Binsteiner als freiberuflicher Geoarchäologe im Böhmischen Hochland an der Grenze zu Österreich.

Donnerstag, 10. August 2017

Wer war der größte Dinosaurier?

















Wiesbaden (internet-zeitung) – „Der größte bekannte Dinosaurier der Welt hat endlich einen Namen: Patagotitan mayorum“. Mit dieser Nachricht überraschten am 10. August 2017 zahlreiche deutschsprachige Tageszeitungen ihre Leser und Leserinnen. Der Rekord-Dinosaurier lebte in der Kreidezeit vor etwa 100 Millionen Jahren im heutigen Patagonien im südlichen Argentinien, war 37 Meter lang und rund 70 Tonnen schwer.

Der zu den Titanosauriern zählende Patagotitan ist nach der Region Patagonien benannt, in der ein Bauer 2013 imposante Skelettreste entdeckt hatte. Es handelt sich um einen pflanzenfressenden Elefantenfuß-Dinosaurier mit kleinem Kopf, langem Hals, elefantenförmigen Beinen und langem peitschenartigem Schwanz. Eine deutsche Zeitung berichtete sogar irrtümlich, Patagotitan sei 122 Meter lang gewesen. Offenbar hatte der bearbeitende Redakteur die Maßangabe 122 Fuß mit 122 Metern verwechselt. In Argentinien ist ein Fuß 28,9 Zentimeter lang, in den USA 30,48 Zentimeter.

Ob Patagotitan mayorum der Ruhm gebührt, der größte bekannte Dinosaurier zu sein, ist nach Ansicht des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst nicht sicher. In seinem Buch „Dinosaurier von A bis K“ (Grin-Verlag) bezeichnet er den Elefantenfuß-Dinosaurier Argentinosaurus aus der Kreidezeit vor etwa 110 bis 95 Millionen Jahren mit einer Länge von schätzungsweise 40 Metern und einer Schulterhöhe von rund acht bis neun Metern als einen der größten Dinosaurier.

Vom gigantischen Argentinosaurus („Argentinische Echse“) wurden 1988 in der argentinischen Provinz Neuquén einige fossile Knochen entdeckt, anhand deren man die beachtliche Größe dieses Tieres errechnen konnte. Jener Gigant hätte bequem in ein Fenster im dritten oder vierten Stock eines heutigen Hauses schauen können. Das Gewicht dieses langhalsigen und langschwänzigen Kolosses wird auf etwa 80 bis 100 Tonnen geschätzt. Sein massiver Körper wurde von vier säulenförmigen Beinen getragen. Argentinosaurus wurde 1993 durch die argentinischen Paläontologen Rodolfo Coria und José F. Bonaparte erstmals wissenschaftlich beschrieben. Innerhalb der Echsenfüßer-Dinosaurier bzw. Elefantenfuß-Dinosaurier (Sauropoda) rechnet man Argentinosaurus zu den Titanosauriern. Das einzige Tier, das Argentinosaurus gefährlich werden konnte, dürfte der bis zu 13 Meter lange Raub-Dinosaurier Giganotosaurus gewesen sein.

Als größter bekannter Raub-Dinosaurier gilt heute Spinosaurus aegyptiacus („Ägyptische Dornen-Echse“), der in der Kreidezeit vor rund 100 Millionen Jahren in Nordafrika lebte. Laut dem Buch „Dinosaurier von L bis Z“ war die „Dornen-Echse“ etwa 16 bis 18 Meter lang und übertraf damit die Maße des bis zu 13 Meter langen Tyrannosaurus rex (König der Tyrannen-Echsen). 1912 entdeckte der Münchener Paläontologe Ernst Stromer von Reichenbach (1871–1952) in der ägyptischen Bahariyya-Oase neben anderen Dinosauriern auch Reste eines großen Raub-Dinosauriers, den er 1915 erstmals wissenschaftlich beschrieb und Spinosaurus aegyptiacus nannte. Der Gattungsname Spinosaurus besteht aus dem lateinischen Wort spina (Dorn) und dem griechischen Begriff sauros (Echse).

Allein der krokodilartige Schädel von Spinosaurus erreichte eine Länge von ca. 1,75 Metern. Damit war er einer der größten Schädel fleischfressender Dinosaurier. Die Wirbelsäule trug mannshohe, etwa 1,75 Meter lange Dornfortsätze (daher der Gattungsname Dornen-Echse), zwischen denen sich vermutlich ein Hautsegel befand. Spinosaurus jagte vermutlich kleine und mittelgroße pflanzenfressende Dinosaurier sowie große Fische.

Dinosaurier von A bis K

Dinosaurier von L bis Z



Sonntag, 6. August 2017

Zum Tod von Chefredakteur Karl Heinz Hock
















Karl Heinz Hock (1930-2017) - KNA-Bild, Frankfurt am Main


Von Ernst Probst


Nachrufe bekannter Persönlichkeiten haben oft ein Manko: In ihnen werden Verstorbene  häufig als wahre Heilige und Helden gerühmt, obwohl sie teilweise starke charakterliche Mängel besaßen. Ganz anders liegt der Fall beim kürzlich verstorbenen deutschen Publizisten Karl Heinz Hock. Der ehemalige Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) und zeitweilige stellvertretende Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung (Mainz) war nicht nur als Journalist, sondern auch als Vorgesetzter und Mensch in jeder Hinsicht stets ein Vorbild.

Der großgewachsene Hock mit kräftiger Statur strahlte auch in kritischen Momenten immer Ruhe aus. Bei Diskussionen mit widerspenstigen Mitarbeitern beispielsweise blieb er stets fair. Er schoss nicht schnell aus der Hüfte, sondern dachte jeweils erst nach, bevor er etwas mit sonorer Stimme sagte oder mit spitzer Feder schrieb. Wenn man einen guten Christen beschreiben möchte, könnte man dies mit den löblichen Charaktereigenschaften des Katholiken Hock tun.

Hock stammte aus dem Rheingau, wo er am 13. Dezember 1930 in Rüdesheim (Hessen) zur Welt kam. Sein Sternkreiszeichen war Schütze. Diesen Menschen sagt man Optimismus, Weltoffenheit, Fröhlichkeit und Direktheit als positive Eigenschaften nach. Sorglos, angeberisch, taktlos und chaotisch, wie mancher Schütze auch sein soll, war er sicherlich nicht.

Die journalistische Laufbahn von Hock begann im Rheingau. Danach leitete er 27 Jahre lang von 1963 bis 1980 das Büro der Nachrichtenagentur Deutsche Presse-Agentur (DPA) in Mainz. Er wirkte als landespolitischer Korrespondent für Rheinland-Pfalz und kannte viele Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Vier Jahre lang fungierte er als Sprecher der Landespressekonferenz.

Von 1980 bis 1986 war Hock stellvertretender Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung (Mainz) im alten und heute nicht mehr existierenden Pressehaus an der Großen Bleiche. Dort residierte er im 3. Stock in einem kleinen Büro zwischen zwei Zimmern der von ihm geleiteten Politikredaktion. In seinem Büro gab es drei Türen, von denen zwei in die angrenzenden Zimmer und eines auf den Flur führte. Luxus war dort ein Fremdwort.

1986 avancierte Hock zum Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bonn. Dieses verantwortungsvolle Amt bekleidete er bis 1996. Während seiner Zeit als KNA-Chefredakteur hatte er den Vorsitz des von Nachrichtenagenturen aus Deutschland (KNA), Österreich (Kathpress) und der Schweiz (Kipa), den Niederlanden (KNP) und Belgien (CIP) getragenen Centrum informationis catholicum (CIC) in Rom inne.


Laut Katholischer Nachrichten-Agentur hatte Hock einen direkten Draht zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und zu Bundeskanzler Helmut Kohl. Dies habe dazu beigetragen, dass sich die KNA auf dem westdeutschen Medienmarkt als seriöse Quelle behaupten konnte. Mit dem Aufbau der Ost-Berichterstattung und dem Ausbau des Berliner Büros der KNA habe Hock die Basis für die neue Rolle der Agentur im vereinten Deutschland und seiner veränderten konfessionellen Landschaft gelegt.

Hock wurde wiederholt bescheinigt, den Anliegen der Kirche in der Gesellschaft große Aufmerksamkeit verschafft zu haben. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl lobte Hock anlässlich seines 65. Geburtstages, daran mitgewirkt zu haben, dass die Stimme der Kirche in unserer pulsierenden Welt Gehör findet.

Nach seinem altersbedingten Ausscheiden als KNA-Chefredakteur Mitte 1996 arbeitete Hock als freier Journalist. Unter anderem verfasste er zahlreiche Titelgeschichten für die Wochenendbeilage Journal der Allgemeinen Zeitung (Mainz).

Für seine Verdienste hat der katholische Publizist Hock hohe Auszeichnungen erhalten. 1986 verlieh man ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Von der Weltunion der Katholischen Presse (UCIP) wurde er 1996 zum Ehrenmitglied ernannt. Papst Johannes Paul ernannte Hock 1997 für seine Verdienste um die Publizistik zum Ritter des Gregoriusordens.

2001 erschien das Buch „Am liebsten heiter“ von Hock mit Gedanken über Humor‚ Liebe, Schönheit, Treue, Lüge, Arbeit, Einsamkeit, Glück, Geschenke und den Sonntag im Verlag Ernst Probst (Mainz-Kostheim). Verleger war ein ehemaliger Redakteur der Allgemeinen Zeitung (Mainz), der sich immer gern an den verständnisvollen Chef Hock erinnerte. Unverständlicherweise wurde dieses von Lesern und Leserinnen sehr gelobte Werk von den Zeitungen im Rhein-Main-Gebiet, wo Hock seinen Lebensabend verbrachte, totgeschwiegen. Aber die Katholische Nachrichten-Agentur wusste, was sich gehört, und verbreitete eine wohlwollende Rezension, die in vielen Zeitungen zu lesen war.

Hock lebte nach dem zu frühen Tod seiner Ehefrau Hilde allein in seinem Haus in Mainz-Gonsenheim. Am Montag, 31. Juli 2017, ist Hock im Alter von 86 Jahren in Mainz gestorben. Seine Töchter, Söhne und Enkelkinder trauern um ihn. Auf dem Friedhof seines Geburtsortes Rüdesheim fand er die letzte Ruhe.



Mittwoch, 2. August 2017

7 Gründe, warum die Apotheke vor Ort unverzichtbar ist

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – „Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit“ brachte es bereits der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer auf den Punkt. Dass die eigene Gesundheit bei den Deutschen an erster Stelle steht, zeigt eine neue Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Auch bei der Arzneimittelversorgung sollte der eigene Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Denn: „Medikamente sind keine beliebigen Waren. Gerade hier spielen Qualität, Sicherheit und die fachkundige Beratung eine bedeutende Rolle“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Der Apotheker sorgt für eine sichere und hochwertige Medikation und ist an 365 Tagen im Einsatz: Es gibt mindestens sieben gute Gründe, die für die Apotheke vor Ort sprechen.
1. Know-how „pro Gesundheit“
Viele Arzneien werden nicht einfach mit Wasser geschluckt, ihre Anwendung ist komplexer und damit beratungsbedürftig. Soll die Therapie erfolgreich sein, ist die richtige Anwendung von Tabletten & Co. entscheidend. Von einfachen Erkältungskrankheiten über die Versorgung chronisch Kranker bis hin zur Palliativpharmazie: Als Arzneimittelfachmann berät der Apotheker seine Patienten in ihrer ganz persönlichen Lebenslage, verdeutlicht Zusammenhänge und gibt wichtige Einnahmehinweise. In Hessen stehen der Bevölkerung rund 1.500 Apotheken wohnortnah und flächendeckend mit ihrem Know-how verlässlich zur Seite.
2. Therapietreue ist richtungsweisend
Etwa ein Viertel aller verordneten Medikamente wird nicht oder nicht so wie vorgesehen eingenommen. Auch ist nicht allen Patienten klar, warum er welche Arznei verordnet bekommen hat. Wird aber die Therapie nicht richtig eingehalten, hat das Folgen für den Patienten: Der Gesundheitszustand verschlechtert sich, Folgekrankheiten können entstehen. Der Apotheker kann dem Patienten die Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme erklären. Durch seine konstante Begleitung wird nicht nur die Therapietreue erhöht, auch Doppelverordnungen können besser entdeckt und diesen entgegengesteuert werden. Und: Die auf jährlich mehrere Milliarden Euro geschätzten Kosten durch mangelnde Therapietreue, etwa durch Krankenhauseinweisungen, können eingedämmt werden.
3. Herausforderung Polymedikation
Ein Fünftel der Generation „70 plus“ nimmt fünf und mehr Medikamente ein, mit wachsender Tendenz. Nimmt ein Patient fünf Präparate ein, beträgt die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen 38 Prozent, bei sieben oder mehr Medikamenten steigt sie auf 82 Prozent. Der Apotheker trägt mit seiner Arzneimittelexpertise signifikant dazu bei, Wechselwirkungen zu erkennen und zu eliminieren.
4. Qualität im Fokus

Treffen die Medikamente aus dem Großhandel in der Apotheke ein, werden sie zunächst einer eingehenden Qualitätsprüfung unterzogen, so dass nur mängelfreie Medikamente an den Patienten abgegeben werden. Zusätzlich ist jede Apotheke im Bundesgebiet verpflichtet, täglich stichprobenartig ein Medikament auf Verpackungs- und Deklarationsfehler, galenische Mängel oder mechanische Defekte zu prüfen. Das summiert sich auf 6,5 Millionen Packungen geprüfte Packungen pro Jahr. Werden Mängel entdeckt, geht eine Meldung an die zuständigen Behörden. Notfalls wird das Medikament binnen weniger Stunden deutschlandweit vom Markt genommen. Im vergangenen Jahr gaben die hessischen Apotheken 592 Berichte zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sowie Qualitätsmängeln von Medikamenten an die Behörden.

5. Individuell – von der Beratung bis zur Rezeptur
100.000 verschiedene Medikamente sind in Deutschland zugelassen, rund die Hälfte ist verschreibungspflichtig. Dennoch gibt es nicht immer ein passendes, industriell hergestelltes Fertigarzneimittel. Dann wird in Apotheke von dem hochspezialisierten Fachpersonals eine Individualrezeptur anfertigt. Qualität steht auch hier immer an erster Stelle: von der Auswahl der hochwertigen Rohstoffe über die eingehende Prüfung aller Substanzen bis hin zur fachmännischen Herstellung und der hygienischen Verpackung. 2016 stellten die öffentlichen Apotheken in Hessen 423.677 Individualrezepturen zu Lasten der Krankenkassen her.
6. „24/7“ – niedrigschwellige Beratung rund um die Uhr
Ob an Heiligabend, des Nachts oder am Wochenende: Ein Notdienstplan gewährleistet, dass an 365 Tagen und rund um die Uhr eine öffentliche Apotheke in zumutbarer Entfernung dienstbereit ist. Patienten können im Netz über den Notdienstfinder recherchieren, welche Apotheke Notdienst versieht oder die Informationen telefonisch abfragen (0800 / 00 22 833, kostenfrei aus dem Festnetz, oder unter der Telefonnummer 22 8 33, Handy max. 69 ct./min.).
7. Vertrauensberuf Apotheker
90 Prozent aller Bundesbürger bescheinigen den Apothekern eine hohe Vertrauenswürdigkeit, davon verlassen sich 88 Prozent auf eine Stammapotheke. Entscheidend für das Zutrauen sind die hohe und gesicherte Qualität der abgegebenen Arzneien, die wohnortnahe und schnelle Versorgung mit Medikamenten sowie die kompetente und vertrauensvolle Beratung. Im Apothekenalltag sind der Arzneimittelfachmann und sein hochqualifiziertes Apothekenpersonal mit ihrem Fachwissen immer für den Patienten da.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 1. August 2017

Häufige Schwimmbadbesuche begünstigen Harnwegsinfekte

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) - Vor allem Frauen leiden nach dem Schwimmbadbesuch oder einem Badetag am Meer häufig unter den Symptomen einer unkomplizierten Blasenentzündung. Wie man ständigem Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und krampfartigen Schmerzen im Unterbauch am besten begegnet und wie man vorbeugen kann, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.
Unterkühlung nach dem Schwimmen vermeiden
Nach dem Baden kann es durch nasse Badebekleidung zu Unterkühlungen kommen, sie führen zu einer schlechteren Durchblutung der Schleimhaut. Vor allem empfindliche Frauen, die bereits mit Harnwegsinfekten zu kämpfen hatten, reagieren dann schnell mit einer neuen Entzündung. Bikini & Co. sollten daher am besten direkt nach dem Schwimmen gewechselt werden.
Harnwegsinfektionen sind nicht harmlos
Wer unter den oben genannten Symptomen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen. Vor allem bei Männern kann sich aus einer unkomplizierten Blasenentzündung schnell eine schwerwiegende Entzündung mit aufsteigender Infektion zu den Nieren hin entwickeln. Auch Kinder, Schwangere, Diabetiker sowie Patienten, die unter einer Niereninsuffizienz leiden oder die beispielsweise durch eine Chemotherapie immungeschwächt sind, müssen sofort einen Arzt aufsuchen.
Alternative zur Antibiotikatherapie mit dem Arzt abklären
Diagnostiziert der Arzt eine unkomplizierte Blasenentzündung, kann der Patient im Gespräch mit ihm abklären, ob die Entzündung mit einem Antibiotikum behandelt werden muss oder ob es eventuell Alternativen gibt. Bei sonst gesunden Patienten können unkomplizierte Blasenentzündungen in manchen Fällen auch ohne Antibiotikagabe abklingen. Die Behandlung der Symptome mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder dem krampflösenden Wirkstoff Butylscopolaminbromid ist bei leichten bis mittleren Beschwerden innerhalb der ersten drei Tage möglich. Welche Therapie sinnvoll ist, entscheidet aber immer der Arzt. Unterstützt werden kann die Therapie mit Heilpflanzentees aus Goldrutenkraut, Birkenblättern, Hauhechel oder Orthosiphonblättern. Bärentraubenblätter haben sogar eine antimikrobielle Wirkung. Bei der Wahl des passenden Blasen- und Nierentees oder der geeigneten Phytopharmaka berät der Apotheker vor Ort sachkundig. Helfen kann auch die Einnahme von Mannose, einem pulverisierten Spezialzucker. Sie sollen das Anheften der Bakterien an der Blasenschleimhaut verhindern. Betroffene sollten sich außerdem warmhalten und für ein paar Tage den Schongang einlegen. Neben Blasentees sollte auch viel Wasser getrunken werden, das hilft, die Bakterien auszuspülen.
Unbedingt zum Arzt bei folgenden Beschwerden
Gehen die Beschwerden nach drei Tagen nicht zurück oder nehmen sie sogar zu, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Treten Rückenschmerzen in der Nierengegend auf, leiden Betroffene unter Fieber mit Schüttelfrost, klagen sie über starke Schmerzen mit Übelkeit und Erbrechen oder zeigen sich Verfärbungen bzw. Blut im Urin, kann das ein Hinweis auf eine komplizierte Blasenentzündung oder eine Nierenbeckenentzündung sein, die ärztlich behandelt werden muss.
Dem Infekt vorbeugen
Mit der richtigen Intimhygiene können Frauen einem Blaseninfekt vorbeugen. Die Blase sollte regelmäßig und vollständig entleert werden, vor allem nach dem Geschlechtsverkehr. Nach dem Stuhlgang ist unbedingt auf eine Reinigung von „vorn nach hinten“ zu achten, so werden die Darmbakterien nicht in die Vagina eingeschleppt. Von Intimsprays ist abzuraten, sie zerstören die körpereigene Vaginalflora. Luftdurchlässige Unterwäsche aus Baumwolle ist ideal, wenig empfehlenswert sind Slipeinlagen. Sie schaffen ein feuchtes Milieu, das Bakterien besonders mögen. Auch wer viel trinkt, kann einer Blasenentzündung entgegenwirken. Grundsätzlich sollte man mindestens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, damit Niere und Blase gut durchspült werden.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 20. Juli 2017

Drechsler, Weißbinder, Bierbrauer und Leierbauer: Holzhandwerk im frühen Mittelalter

3. Ellwanger Alamannen-Forum am 7. und 8. Oktober 2017 im Alamannenmuseum Ellwangen
ELLWANGEN (pm) – Am 7. und 8. Oktober 2017 findet das mittlerweile 3. Ellwanger Alamannen-Forum statt. Das Alamannen-Forum stellt jedes Jahr ein besonderes Thema aus der Lebenswelt der Alamannen in den Mittelpunkt. Bei der dritten Auflage dieses Themenwochenendes im Ellwanger Alamannenmuseum geht es um das "Holzhandwerk der Alamannen".

An diesem Wochenende beleben verschiedene Holzhandwerker das Alamannenmuseum und zeigen ihre Kunst. Die Besucher finden an verschiedenen Themenstationen viel Wissenswertes zum Anfassen und Ausprobieren vor. So wird ein Drechsler demonstrieren, wie aus heimischen Hölzern edle Möbel entstehen. Der Weißbinder fertigt hölzerne Alltagsgegenstände und führt vor, wozu man sie benützte.

Man kann sich auch darüber informieren, wie die Häuser in der Alamannia konstruiert waren. Und in der Wohnstube einer wohlhabenden Alamannenfamilie wird anschaulich gezeigt, dass ein Leben ohne Holz nahezu unmöglich war. Im Museumshof wird passend zum Thema Bier im Holzfass gebraut.

Leider sind nur sehr wenige Objekte aus Holz aus jener Zeit im Original erhalten. Warum das so ist und welche Herausforderungen das Material an Museen und Konservatoren stellt, erklärt eine Restauratorin, die sich auf den Erhalt von Holzobjekten spezialisiert hat.

Einen besonderen Höhepunkt bilden an diesem Wochenende gleich drei Instrumentenbauer. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Weg gefunden, sich mit der alamannischen Leier auseinander zu setzen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie ihre Instrumente nicht nur im historischen Kontext vorstellen, sondern auch die Brücke zur Moderne schlagen. Um den Besuchern einen Eindruck von der Klangfülle der historischen Instrumente zu vermitteln, geben sie am Samstagabend ein Konzert. Ein Erlebnis, das es in dieser Art noch nicht im Alamannenmuseum gegeben hat.

Ein besonderes Angebot gibt es dieses Mal auch für Gruppen: Am Samstag besteht für angemeldete Gruppen die Möglichkeit, bereits vor der offiziellen Öffnung des Museums eine Führung durch das Alamannen-Forum zu bekommen. Die Handwerker und Künstler beantworten gerne Fragen der Besucher, eine Gelegenheit, die sich besonders Schulklassen nicht entgehen lassen sollten. Eine Anmeldung beim Museum ist jedoch erforderlich.

Aber auch für alle anderen Besucher wird es bestimmt nicht langweilig. An ausgewählten Stationen wird es Vorträge geben, die einzelne Themen vertiefen, und die Handwerker und Künstler lassen sich sicher nicht lange bitten und zeigen und erklären gerne ihre Tätigkeiten.

Bei dieser Veranstaltung ist nur der übliche Eintritt zu entrichten, beim gemeinsamen Konzert der teils von weither angereisten Leierspieler und Leierbauer am Samstag, 7. Oktober 2017, um 19.30 Uhr beträgt der Eintritt 5,00 Euro.

Nähere Informationen sind im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de (Bereich Aktuelles) erhältlich. Das genaue Programm wird dort rechtzeitig veröffentlicht.

Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum @ ellwangen.de
www.alamannenmuseum-ellwangen.de

Sonntag, 16. Juli 2017

ba-bildungswissenschaft.de | jetzt zum Klausurerfolg im Fernstudium B.A. Bildungswissenschaft

Studierst du an der Fernuniversität in Hagen den Bachelor Bildungswissenschaft?

Dann wird dir die gleich genannte Seite sehr viel weiterhelfen!

Denn sind wir ehrlich:

Sobald die Klausur ansteht, sind wir vielleicht mal erkältet, oder haben nicht so viel Zeit, uns explizit darauf vorzubereiten.

Gerade in dem genannten Studiengang, ist es so, dass dir eine Fülle an Information zugesendet wird!

Der Überblick hier beizubehalten, fällt schwer.

Ausführliche Skripte zu erstellen, ist natürlich auch viel Arbeit!

Bildungswissenschaft Zusammenfassungen



Doch Alexander von ba-bildungswissenschaft.de stellt hier auf der Seite seiner alten Skripte zur Verfügung!

Sie sind übersichtlich, in einzelne Module geordnet.

Willst du auch eine extrem komprimierte Zusammenfassung der einzelnen Module, gibt es auch sozusagen einen Spickzettel, in einer sehr kompakten Form.

Das eignet sich aber wirklich nur für Leute, die mindestens einmal den kompletten Studienbrief gelesen haben!

Diese Kurzform eignet sich zum Beispiel hervorragend, um zu überprüfen, ob man alles noch im Gedächtnis vor der Klausur parat hat.

Auch alte Klausuren für Bildungswissenschaft an der Fernuni Hagen gibt es



Gedächtnisprotokolle, von ehemaligen Klausuren, werden zur Verfügung gestellt.


Tipps und weiterführende Informationen zum Fernstudium an der Fernuni in Hagen, ergänzen die Webseite.

Ich hoffe jetzt, dass du für dein Fernstudium jetzt gerüstet bist, und dir die Webseite angeschaut hast.

Dienstag, 11. Juli 2017

Im Glanz des Hochmittelalters: Welterbe in Saale-Unstrut entdecken


















Der Naumburger Dom St. Peter und Paul ist das Herzstück der 
hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut. Foto: 
Transmedial




Naumburg (tpr) – Den offiziellen Titel als UNESCO-Welterbe 
hat Saale-Unstrut zwar nicht erhalten, doch der außergewöhnliche 
universelle Wert des Naumburger Doms wurde anerkannt. Damit ist er ein 
weltweit einzigartiges Beispiel menschlicher Schöpferkraft. Die Bedeutung 
der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut, die 
ebenfalls Teil des Antrags war, bestätigte das Welterbe-Komitee in seiner 
41. Sitzung am Sonntag in Polen allerdings nicht. Der Antrag muss innerhalb 
der nächsten drei Jahre auf den Dom fokussiert werden, anschließend kann 
der Titel vergeben werden.

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des Komitees, das den Naumburger 
Dom nun offiziell würdigt“, sagt Antje Peiser, Geschäftsführerin des 
Tourismusverbandes Saale-Unstrut. „Aber natürlich bedauern wir, dass es die 
hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut nicht geschafft 
hat. Wir lassen uns davon jedoch nicht entmutigen. Nirgendwo sonst auf der 
Welt finden Touristen diese Dichte an Domen, Schlössern, Klöstern und 
Burgen auf engstem Raum. Zusammen mit den ursprünglichen Flusslandschaften 
und romantischen Weinbergen bilden die historischen Bauten ein 
beeindruckendes Reiseziel von unverkennbarem Wert.“ 

Schönstes Gesicht des Mittelalters im Bauwerk von Weltrang

Herzstück der Burgen- und Weinregion zwischen Leipzig und Weimar ist der 
imposante Naumburger Dom St. Peter und Paul. Er gehört mit seinen zwölf 
Stifterfiguren im Westchor zu den bedeutendsten Bauten des europäischen 
Hochmittelalters und kann sich nun bald mit dem Welterbetitel schmücken. 
Ein unbekannter Künstler schuf Mitte des 13. Jahrhunderts für diese Zeit 
ungewöhnlich natürlich aussehende, ausdrucksstarke Figuren. Uta von 
Naumburg, die berühmteste Stifterfigur, gilt als „schönste Frau des 
Mittelalters“. Ihr Gesicht tauchte auf unzähligen kunsthistorischen 
Publikationen auf und war Vorbild für die böse Königin im Disneymärchen 
„Schneewittchen“.

Einmalig sind auch die älteste Steinskulptur der Heiligen Elisabeth von 
Thüringen, die auf etwa 1235 datiert wird, und die von Lucas Cranach 
geschaffenen Altarflügel aus dem 16. Jahrhundert. Lohnenswert ist der 
Aufstieg über 200 Stufen zur Aussichtsplattform des Nord-West-Turmes. Von 
oben bietet sich ein unverstellter Blick auf die Altstadt und die 
malerische Umgebung.

Mittelalterliche Musik hinter dicken Burgmauern

Um den Naumburger Dom erstreckt sich eine sehenswerte Kulturlandschaft aus 
Weinbergen, Burgen und Schlössern entlang der Flüsse Saale und Unstrut. Nur 
wenige Kilometer westlich hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg erhebt 
sich das mächtige Schloss Neuenburg. Vor 1000 Jahren war es herrschaftlicher 
Repräsentationsort Thüringer Landgrafen und Zentrum mittelalterlich-
höfischer Kultur. Zusammen mit der Freyburger Stadtkirche St. Marien ist es 
heute Spielstätte für Europas bedeutendstes Festival mittelalterlicher 
Musik: montalbâne. Vokal- und Instrumentalensembles verschiedener Nationen 
entführen das Publikum jeden Sommer für drei Tage in eine andere Zeit.

Jahrhundertealte Weinbautradition im Kloster

An der Saale südlich von Naumburg liegt das ehemalige Zisterzienserkloster 
Pforta von 1137. Es entwickelte sich schnell zu einem der reichsten Klöster 
Ostthüringens. Heute liegt es in Sachsen-Anhalt und beherbergt die 
Landesschule zur Begabtenförderung. Die Mönche trugen einen wesentlichen 
Anteil am Aufschwung in der Region bei. So bauten sie einen Kanal zur 
Wasserversorgung, der zudem mehrere Mühlen betrieb. Auch den Weinbau 
brachten die Mönche nach Saale-Unstrut. Bereits 998 schenkte Kaiser Otto 
III. Weinberge an das Kloster Memleben, richtig aufgerebt wurde mit der 
Gründung des Klosters Pforta. Auf dem Pfortenser Köppelberg wird heute noch 
Wein nach altem Wissen und naturnahen Methoden angebaut. Das Landesweingut 
Kloster Pforta lädt regelmäßig zu Weinbergwanderungen in die 
sonnenverwöhnten Lagen und zu Weinproben in die historischen Keller. 
Weinliebhaber können sich zudem als Winzer für einen Tag ausbilden lassen.

Historische Reiseempfehlungen auf Tourismusportal

Auch ohne UNESCO-Titel ist Saale-Unstrut jederzeit eine Reise wert. 
Wichtigstes Tourismusportal ist www.saale-unstrut-tourismus.de. Hier 
informiert der ansässige Tourismusverein über die zahlreichen 
Sehenswürdigkeiten und bietet Buchungsmöglichkeiten für Unterkünfte. 
Kulturinteressierte finden zudem historische Reiseempfehlungen für einen 
Ausflug ins Mittelalter.

Links zu den vorgestellten kulturhistorischen Höhepunkten in Saale-Unstrut

Naumburger Dom: www.naumburger-dom.de
Schloss Neuenburg: www.schloss-neuenburg.de
Festival montalbâne: www.montalbane.de
Landesweingut Kloster Pforta: www.kloster-pforta.de

Donnerstag, 29. Juni 2017

LVR-LandesMuseum Bonn zeigt die Ausstellung „Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster“

Bonn (LVR) - Unter dem Titel „Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster“ erzählt die neue Sonderausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn ab dem 29. Juni die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Zisterzienserordens.

Vom späten 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts gründen die Zisterzienser mehr als 650 Klöster. Der sogenannte Konzern der Weißen Mönche durchdringt wie ein Netzwerk den Kontinent und entwickelt sich zu einem der mächtigsten Verbände der Christenheit. Die Zisterzienser und Zisterzienserinnen werden zu einem dynamischen Element der europäischen Zivilisation.

Mit über 150 kostbaren Ausstellungsobjekten aus ganz Europa können die Spiritualität und die Lebenswelt der Klöster entdeckt werden. Die Ausstellung konzentriert sich auf die mittelalterliche Blütezeit des Ordens. Die Zisterzienser besinnen sich auf die Regel des heiligen Benedikt aus dem 6. Jahrhundert – „Bete und arbeite“ – und finden zu einer tiefen Religiosität, die von vielen Menschen bis heute bewundert wird. Sie fordern eine Reduktion auf das Wesentliche in Lebensführung, Kunst und Architektur. Sie schaffen Werte und Innovationen, die auch heute noch faszinieren.

Die Ausstellung stellt den Orden, seine Strukturen und seine Entwicklungen anhand von prachtvollen Gemälden, Skulpturen, Handschriften aber auch Alltagsgegenständen aus ganz Europa vor. Architekturmodelle, CAD-Rekonstruktionen, Musik und Mitmachstationen machen die Klosterwelt der Zisterzienser lebendig.

Die Ausstellung wird durch die NRW-Stiftung, die Ernst von Siemens-Stiftung, die Renate König-Stiftung, Dr. Karl Albrecht und die Wilhelm-Dorow-Gesellschaft e.V. unterstützt.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Wer dauerhaft „auf 180“ ist, schadet der Gesundheit


Betroffene sollten täglich den Blutdruck messen

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Wer sich zu wenig bewegt sowie eine ungesunde, fettige und salzreiche Ernährung bevorzugt, der läuft Gefahr, im Laufe der Zeit an Bluthochdruck zu erkranken. Ebenso gehören übergewichtige, gestresste Menschen sowie Raucher zur Risikogruppe für Bluthochdruck. Rund 30 Millionen Deutsche leiden an dieser Krankheit. Da man Bluthochdruck jedoch nicht spürt, weiß nur die Hälfte der Patienten, dass sie betroffen sind. Menschen mit einem ungesunden Lebensstil oder Personen mit einem erblich bedingten Risiko wird von der Apothekerkammer Hamburg daher tägliches Blutdruckmessen angeraten.

Blutdruck kann schwanken

Bei den ersten Messungen sollte zunächst an beiden Armen gemessen werden, später nur noch am Arm mit dem höheren Wert. Um sicherzustellen, dass die Ruhewerte korrekt ermittelt werden, sollte man sich bereits fünf Minuten vor der Messung ruhig hinsetzen. Stellt man einen erhöhten Blutdruck fest, muss dies an sich jedoch keine schlimme Nachricht sein. Der Blutdruck unterliegt natürlichen Schwankungen, sodass auch äußere Faktoren wie Aufregung den Blutdruck schnell künstlich erhöhen können. Daher ist es wichtig, dass Patienten über mehrere Tage ihren Blutdruck messen und die Werte dokumentieren. Um Messfehler auszuschließen, sind regelmäßige Kontrollmessungen von einem Arzt oder Apotheker ratsam. Um stets eine identische Messsituation zu erhalten, ist es außerdem sinnvoll, zum Beispiel morgens vor dem Frühstück zu messen, wenn man weder Nahrung, Medikamente oder Kaffee zu sich genommen hat.

Hoher Blutdruck schadet der Gesundheit

Der Blutdruck eines gesunden Menschen liegt bei 120/80. Der erste Wert beschreibt die Auswurfphase des Herzens, bei der sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Blut in die Aorta pumpt – hier ist der Blutdruck am höchsten. Der zweite Wert bezeichnet die Entspannungsphase der Herzmuskeln. Dort erweitern die beiden Herzkammern sich, um neues Blut hineinströmen zu lassen. An dieser Stelle ist der Blutdruck am geringsten. Liegen die Werte dauerhaft über 140/90 liegt ein leichter Bluthochdruck vor. Ein schwerer Bluthochdruck (Hypertonie) beginnt bei Werten von über 180/110.

Regelmäßig messen

Betroffene machen gerne den Fehler, das Messen des Blutdrucks wieder zu vernachlässigen, sobald die Werte wieder gesunken sind. Bluthochdruck ist jedoch eine Erkrankung, die eine konsequente Beobachtung und Behandlung erfordert. Daher sollte der Blutdruck auch dann weiterhin regelmäßig gemessen werden, wenn sich die Werte scheinbar verbessern. Ist man bereits auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, gibt es einiges zu beachten. Patienten wird geraten, sich sowohl über den richtigen Einnahmezeitpunkt als auch zu schwierigen Kombinationen mit Getränken sowie Nahrungsergänzungs- oder Lebensmitteln informieren. Patienten sollten sich daher immer die Zeit für eine Beratung in der Apotheke nehmen.

Wechselwirkungen beachten

Patienten, die bereits Blutdrucksenker einnehmen, sollten sich bei weiteren Erkrankungen in der Apotheke nach einem Wechselwirkungscheck erkundigen. Selbst rezeptfreie Schmerz- und Grippemittel können die Wirkung blutdrucksenkender Präparate bereits abschwächen.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Freitag, 16. Juni 2017

Alamannenmuseum Ellwangen: Sonderpräsentation zur Goldscheibenfibel aus Freiberg-Beihingen mit Hörstation thematisiert die Christianiserung der Alamannen


Foto: Die alamannische Goldscheibenfibel aus Freiberg-Beihingen, Grab 81, ist das Objekt des Monats Juni im Alamannenmuseum und wird bis auf Weiteres in einer Sonderpräsentation zu sehen sein, die jetzt um das Hörspiel "Der Tod der lieben Kleinen" ergänzt wurde (Foto: Museum).


ELLWANGEN (pm) – Im Ellwanger Alamannenmuseum ist seit Anfang Juni eine Sonderpräsentation zu der als "Dreifaltigkeitsfibel" gedeuteten Goldscheibenfibel aus Freiberg-Beihingen zu sehen, die jetzt noch um eine thematisch passende Hörstation ergänzt wurde. Die Fibel, die im Winter in einer Ausstellung im Keltenmuseum Hochdorf/Enz zu sehen war, wird bis auf Weiteres in einer Sondervitrine im Erdgeschoss des Alamannenmuseums gezeigt, die Präsentation entstand mit freundlicher Unterstützung des Keltenmuseums Hochdorf/Enz und des Schlossmuseums Ellwangen.

Bei der Ausgrabung des alamannischen Friedhofs von Freiberg-Beihingen 1992/93 stieß man auf die Bestattung eines Mädchens aus der Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. Die Knochen lagen teilweise durcheinander, das Grab war offenbar schon zwei Generationen später von einem Plünderer heimgesucht worden. Für sein grausiges Vorhaben musste er im Grabschacht kauern und dort sah er am Oberkörper der Toten einen großen goldenen Gegenstand funkeln – eine prächtige Goldscheibenfibel! Er hielt seine wertvolle Beute in der Hand – und legte sie zurück, mit der Schauseite nach unten. So fanden sie die Archäologen bei der Ausgrabung.

Wie lässt sich dieses Geschehen begreifen? Die Verbreitung des neuen, christlichen Glaubens brachte die heidnische Sitte der Grabbeigabe nach und nach zum Erlöschen. Seit dem 8. Jahrhundert sank die Hemmschwelle für Grabraub immer weiter, denn man wusste, dass die Toten keiner Beigaben bedürfen. Eine große Ausnahme machten Gegenstände mit christlicher Symbolik, wie Kreuzdarstellungen. Die Räuber ließen sie im Grab.

Die Beihinger Fibel zeigt jedoch ein Dreieck. Wäre dem Grabräuber nicht klar gewesen, dass sein Fund etwas Christliches zeigt, hätte er das kostbare Stück niemals im Grab zurückgelassen. Wäre es möglich, dass er schon etwas von „Dreifaltigkeit“ wusste? Durchaus. Als theologisches Konzept war die Vorstellung einer Dreifaltigkeit, der Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, schon im 2. nachchristlichen Jahrhundert entwickelt, zum Beginn des 4. Jahrhunderts wurde sie zum Dogma. Der christliche Grabräuber muss das Symbol erkannt haben.

In der dazugehörigen Hörstation "Der Tod der lieben Kleinen" wird in einem dreiminütigen Hörspiel geschildert, wie der fränkische Geschichtsschreiber und Bischof Gregor von Tours (538-594) im 6. Jahrhundert von der Trauer um verstorbene Königskinder berichtet. Dieser Bericht zeigt deutlich, wie weit die Christianisierung im Frankenreich, ausgehend von der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig kurz nach dem Sieg über die Alamannen in der Schlacht bei Zülpich 496/97, zu Lebzeiten Gregors bereits fortgeschritten war.

Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum @ ellwangen.de
www.alamannenmuseum-ellwangen.de




Dienstag, 13. Juni 2017

Jupiter ist ältester Planet des Sonnensystems


Erstmals Altersbestimmung durch Meteoriten-Analyse von münsterschen Planetologen


Münster (WWU) - Jupiter ist nicht nur der größte Planet des Sonnensystems, sondern auch der älteste, wie Planetologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) jetzt berichten. Ihnen ist es erstmals gelungen, sein Alter zu bestimmen. Bisher war das Alter Jupiters nicht bekannt – es gab nur Schätzungen. Dies liegt unter anderem daran, dass es keine Gesteinsproben des Planeten gibt und Forscher daher keine direkten Messungen durchführen können. Die Münsteraner zogen nun durch Untersuchungen an Meteoriten Rückschlüsse auf das Alter von Jupiter. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America" online veröffentlicht.

Jupiter war demnach spätestens eine Million Jahre nach Bildung des Sonnensystems auf die zwanzigfache Masse der heutigen Erde angewachsen. Das Sonnensystem entstand vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren. Nach Erreichen der 20 Erdmassen dauerte es weitere drei Millionen Jahre, bis die Entstehung Jupiters abgeschlossen war. "Trotz seiner großen Masse entstand Jupiter also nach kosmischen Maßstäben extrem schnell innerhalb von nur vier Millionen Jahren. Zwar haben theoretische Modelle bereits vorhergesagt, dass Jupiter schnell entstanden sein muss, aber diese Voraussagen sind sehr ungenau", urteilt Dr. Thomas Kruijer, Erstautor der Studie. Zum Vergleich: Die Erde, die nur etwa ein 380stel der Masse Jupiters hat, benötigte ungefähr 100 Millionen Jahre für ihre Entstehung.

Um das Alter von Jupiter zu bestimmen, gingen die Forscher einen Umweg und untersuchten Meteorite. Diese Gesteinsbrocken stammen von Asteroiden, die sich heute in einem Gürtel zwischen Mars und Jupiter befinden. Die münsterschen Wissenschaftler wiesen mithilfe von Isotopenmessungen nach, dass diese Asteroide in zwei unterschiedlichen Regionen des Sonnensystems entstanden: diesseits und – was für die Wissenschaftler eine überraschende neue Erkenntnis ist – auch jenseits der Umlaufbahn von Jupiter. Die Forscher nutzten die Isotopen-Zusammensetzungen wie einen genetischen Fingerabdruck, um Verwandschaftsbeziehungen zwischen verschiedenen Meteoriten herzustellen.

20 Erdmassen in weniger als einer Million Jahre

Durch Altersbestimmungen zeigten sie, dass sich die Asteroide diesseits und jenseits des Jupiters etwa zwischen einer Million Jahre und vier Millionen Jahren nach Entstehung des Sonnensystems bildeten. Prof. Dr. Thorsten Kleine erläutert: "Während der Entstehung der Asteroide gab es keinen Materialaustausch zwischen den beiden Regionen. Dies kann man durch die Bildung von Jupiter erklären: Sobald Jupiter etwa 20 Erdmassen erreicht hatte, verhinderte er laut Modellrechnungen den Austausch von Material von jenseits und diesseits seiner Umlaufbahn." Im Umkehrschluss hieße dies: Jupiter muss die 20 Erdmassen in weniger als einer Million Jahre nach Entstehung des Sonnensystems erreicht haben.

Nach vier Millionen Jahren ist die Bildung abgeschlossen

Die 20 Erdmassen entsprechen dem festen Kern des Jupiter. Nachdem dieser Kern aus Gestein entstanden war, wuchs Jupiter durch das "Ansammeln" (Akkretion) von Gas zunächst relativ langsam bis auf etwa 50 Erdmassen an. Die münsterschen Forscher konnten den Zeitpunkt, an dem Jupiter rund 50 Erdmassen hatte, bestimmen. Denn mit dem Erreichen dieser Masse wurde der gravitative Einfluss von Jupiter so groß, dass Asteroide von jenseits seiner Umlaufbahn in das innere Sonnensystem gestreut wurden. "Dieser Prozess kann nicht eingesetzt haben, bevor die Bildung der Asteroide abgeschlossen war, sonst hätten wir eine Durchmischung des Materials bei der Isotopen-Analyse festgestellt", erläutert Thomas Kruijer, der inzwischen am "Lawrence Livermore National Laboratory" in Kalifornien, USA, forscht. Den Zeitpunkt des Erreichens der 50 Erdmassen haben die Forscher auf etwa vier Millionen Jahren nach Entstehung des Sonnensystems eingegrenzt. Danach, so legen Modellrechnungen nahe, muss der Jupiter durch seine massebedingt starke Anziehungskraft extrem schnell seine endgültige Masse von 384 Erdmassen durch weitere Gas-Akkretion erreicht haben.

Implikationen für die Frühgeschichte des Sonnensystems

Das sehr schnelle Wachstum von Jupiter hat laut den münsterschen Planetologen wichtige Implikationen für die frühe Entwicklung des Sonnensystems und die Entstehungsgeschichte der vier sonnennächsten Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars ("terrestrische Planeten", auch Gesteinsplaneten genannt). So seien durch das Wachstum von Jupiter wasserreiche Asteroide aus dem äußeren in das innere Sonnensystem gebracht worden, wo sie unter anderem in die Erde eingebaut worden sein könnten. Diese wasserreichen Asteroide seien also möglicherweise die Quelle des irdischen Wassers. Das schnelle Wachstum von Jupiter habe aber auch verhindert, dass große Mengen von Material in das innere Sonnensystem gelangten. Das könne erklären, warum Mars relativ klein geblieben sei und warum es in unserem Sonnensystem im Gegensatz zu vielen extrasolaren Sternensystemen keine "Super-Erden", also besonders große terrestrische Planeten, gäbe. "Dass wir Meteorite haben, welche jenseits von Jupiter entstanden sind, ist eine völlig neue Erkenntnis", unterstreicht Thorsten Kleine. "Sie verändert unser Verständnis des frühen Sonnensystems nachhaltig."

Die Arbeit entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregio (TRR) 170 "Late accretion onto terrestrial planets" ("Spätes Wachstum erdähnlicher Planeten") an der WWU Münster und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie dem europäischen Forschungsrat (ERC) unterstützt.

Originalpublikation:
T.S. Kruijer, C. Burkhardt, G. Budde and T. Kleine (2017): Age of Jupiter inferred from the distinct genetics and formation times of meteorites. Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America (Early Edition); doi:10.1073/pnas.1704461114