Montag, 20. März 2017

Plastikpiraten entern erneut Flüsse für die Forschung

Bundesweite Citizen-Science-Aktion im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht im Mai in die zweite Runde / Lehrkräfte und Pädagogen können ab sofort wieder die kostenfreien Materialien bestellen und mit ihren Schulklassen oder Jugendgruppen die Plastikbelastung deutscher Fließgewässer untersuchen

Berlin - Raus aus dem Klassenzimmer und rein in die Natur: Vom 1. Mai bis zum 30. Juni ruft das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane erneut zur Jugendaktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!" auf. Jugendliche von 10 bis 16 Jahren können dann selbst zu Forscherinnen und Forschern werden und dem Plastikmüll in Flüssen und Bächen auf die Spur gehen. Dass die Vermüllung der Ozeane ein globales Problem ist, ist inzwischen vielen Menschen bekannt. Das Ausmaß von Müllvorkommen in und an Fließgewässern, die den Müll ins Meer transportieren, ist dagegen noch weitgehend unerforscht. Als „Plastikpiraten" können die Jugendlichen dazu beitragen, diese Wissenslücke zu schließen.

Schon im Herbst 2016 waren knapp 200 Schulklassen und Jugendgruppen auf wissenschaftlicher Expedition an ihren heimischen Flussufern unterwegs. Bundesweit sammelten sie nicht nur Müll, sondern auch wichtige Forschungsdaten. Aufgrund der positiven Resonanz wird die Citizen-Science-Aktion nun wiederholt. Das begleitende Lehr- und Arbeitsmaterial können Lehrerinnen und Leiter von Jugendgruppen und Vereinen ab sofort auf www.wissenschaftsjahr.de/jugendaktion kostenlos bestellen.

Junge Forscherinnen und Forscher auf Plastikexpedition

Mit Hilfe einer wissenschaftlichen Anleitung dokumentieren die Jugendlichen die Müllvorkommen am Ufer und im Wasser, das sie auch auf kleine Mikroplastikpartikel untersuchen. Ihre erhobenen Daten tragen sie in eine digitale Deutschlandkarte ein. Dort können sie sehen, wie sauber ihr lokaler Fluss oder Bach im Vergleich zu anderen Fließgewässern ist. Alle Ergebnisse werden im Anschluss von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet und fließen in eine wissenschaftliche Studie ein. Wie entwickelt sich das Müllvorkommen von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses? Hängt die Verschmutzung von der Fließgeschwindigkeit ab? Daten von kleinen Bächen sind dabei genauso wichtig wie Untersuchungen von Elbe und Rhein. Ein möglichst umfassendes Bild über die Belastung durch Plastik ist nötig, um langfristig wirksame Schutzmaßnahmen ableiten zu können.

Müllhalde Meer

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Weltmeeren – und ein großer Teil gelangt auch über die Flüsse dorthin. Mikro- und Makroplastik stellen eine große Gefahr für marine Lebewesen dar. Hundertausende von Tieren, darunter vor allem Seevögel, verenden jährlich durch Plastikmüll. Fische und Weichtiere wie Muscheln und Garnelen verwechseln das weniger als 5 Millimeter große Mikroplastik mit Nahrung. Mit der 2016 veröffentlichten Förderrichtlinie „Plastik in der Umwelt" investiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung 28 Millionen Euro in die Erforschung von Ursachen und Wirkung der Plastikmüll-Verschmutzung. Gleichzeitig möchte es die breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Aktionen wie die „Plastikpiraten" motivieren junge Menschen, vor der eigenen Haustür für den Meeresschutz aktiv zu werden.
Gerne können Sie für Ihre Berichterstattung auch das angehängte Bildmaterial unter der Angabe des folgenden Copyrights verwenden: © BMBF/Wissenschaftsjahr 2016*17.

Weitere Informationen zu den „Plastikpiraten" gibt es unter:
 
Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

Donnerstag, 16. März 2017

Kennen Sie Ihre Nierenleistung?

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Medikamente helfen und sind große Errungenschaften der Medizin – sie geben Schwerkranken Hoffnung und lindern Schmerzen oder andere akute Symptome bei kurzfristig Erkrankten. Aber nur dann, wenn sie richtig dosiert werden. In zu hoher Dosis eingesetzt, können die Heilung und Linderung bringenden Tabletten und Tropfen das Gegenteil auslösen und sogar innere Organe schädigen. Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, aber auch ältere Menschen und Patienten mit Nierenerkrankungen, Transplantaten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten ihre Nierenwerte kennen, erklärt die Apothekerkammer Hamburg.

Bei gesunden Menschen werden die Arzneistoffe schnell wieder ausgeschieden

Grundsätzlich werden Arzneistoffe vom Körper wieder ausgeschieden. Das passiert bei vielen Arzneimitteln über die Nieren und mit dem durch sie produzierten Urin. Wenn diese Funktion der Nieren vermindert ist, muss die Dosis solcher Arzneimittel reduziert werden. Wie bei einer Badewanne, aus der das Wasser nicht mehr richtig abläuft, und in der bei gleichbleibendem Wasserzulauf der Pegel immer höher steigt, würde sonst die Menge an Arzneistoff im Körper immer weiter ansteigen bis Nebenwirkungen auftreten.

In diesen Fällen muss die Medikamentendosis angepasst werden

Patienten mit einer reduzierten Nierenfunktion müssen vor allem bei der Einnahme von Schmerzmitteln, manchen Antibiotika, Mitteln zur Blutzuckersenkung oder zur Behandlung der Epilepsie beim Arzt oder in der Apotheke nach der korrekt angepassten Dosis fragen. Metformin beispielsweise, das wegen seiner guten Wirksamkeit und Sicherheit häufig zur Diabetestherapie eingesetzt wird, muss bei eingeschränkter Nierenfunktion niedriger dosiert werden, weil es sonst den Säure-Base-Haushalt des Patienten stört und sein Leben gefährden kann. Auch das zur Senkung erhöhter Blutfette oft verordnete Simvastatin muss nach der Nierenfunktion dosiert werden. Umgekehrt können manche Arzneimittel eine Gefahr für die Niere darstellen, allen voran die Dreierkombination von Wirkstoffen aus der Gruppe der ACE-Hemmer (Blutdrucksenker, die die Silbe „pril“ im Namen tragen), Diuretika (Wassertabletten) und Schmerzmitteln wie Aspirin, Ibuprofen und Diclofenac.

Schwere der Niereneinschränkung sollte bekannt sein

Wichtig ist, die Schwere der Niereneinschränkung zu kennen. Als Faustregel gilt: Je schlechter die Nierenfunktion, desto geringer die Dosis. Dies wird entweder durch eine geringere Tablettenstärke oder größere Einnahmeabstände erreicht. Arzt und Apotheker können zur Anpassung der Dosis an die Nierenfunktion Auskunft geben.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen

Donnerstag, 9. März 2017

Wenn es blüht, hat der Heuschnupfen Saison

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Schnupfen, Niesen, Juckreiz – während sich die einen über den Frühling und seine blühenden Pflanzen und Gräser freuen, beginnt für andere die Heuschnupfenzeit. Sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen zählt Heuschnupfen zu den häufigsten allergischen Erkrankungen, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.
Heuschnupfen ist eine saisonale Erkrankung. Herumfliegende Pollen verursachen bei den Betroffenen eine allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut. Die Allergie bewirkt dabei eine Überreaktion des Immunsystems, welches gegen die in Pollen enthaltenen Eiweißstoffe vorgeht. Der Körper startet daraufhin eine Abwehrreaktion. Dabei wird Histamin freigesetzt, das bei den Betroffenen zu Juckreiz, Niesattacken, verstärkter Tränen- und Schleimsekretion sowie zu erschwerter Nasenatmung führt. Auslöser der Beschwerden sind in erster Linie Baum-, Gräser- und Kräuterpollen.
Kombination von Erbanlagen und Umwelteinflüssen
Ursachen für den Heuschnupfen können Umwelteinflüsse und eine erblich bedingte Veranlagung sein. Ist die Pollenbelastung in der Luft wie im Frühling sehr hoch, erkranken besonders viele Menschen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Autoabgase die allergieauslösende Eigenschaft der Pollen verstärken. Weitere Risikofaktoren sind: Zigarettenrauch, höhere Konzentration von Schimmelpilzen in der Luft und Katzenhaltung. Stillen und häufige Infekte machen weniger anfällig für Allergien.
Pollen aus der Wohnung fern halten
Um die Pollenbelastung zu Hause minimal zu halten, empfehlen Apotheker, sich am Abend die Haare zu waschen. Die Fenster sollten nicht auf Dauer gekippt sein, damit die Pollen nicht verstärkt in die Wohnung gelangen. Bei regnerischem Wetter kann länger gelüftet werden. Wer gerade im Sommer nachts mit offenem Fenster schlafen möchte, sollte ein Pollenschutzvlies am Schlafzimmerfenster anbringen. Umso wenig Pollen wie möglich ins Schlafzimmer zu tragen, sollten täglich die Kleidung und häufig die Bettwäsche gewechselt werden. Es empfiehlt sich, getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer zu lagern. Auch Staubsaugen hilft, es gibt spezielle Staubsaugerfilter für Allergiker. Glatte Böden sollten möglichst häufig gewischt werden. Wer eine Wohnung ohne „Staubfänger“ wie Trockenblumen oder andere Deko-Gegenstände einrichtet, leidet weniger, da sich hier keine Pollen ansammeln können.
Sport treiben
Auf leichte sportliche Aktivitäten sollte auch in der Heuschnupfenzeit nicht verzichtet werden. Sport ist für den Heuschnupfenpatienten wichtig, da er seine körperliche Konstitution verbessert. Für Pollenallergiker ist Hallensport zu empfehlen. Wer joggen möchte, sollte gleich morgens starten und nicht erst in den Abendstunden. Die Pollenbelastung ist morgens deutlich geringer. Die beste Bedingung für Jogger gibt es gleich nach einem Regenguss. Besonders pollenlastige Umgebungen und Tage sind allerdings zu meiden. Informationen über Pollenbelastungen findet man zum Beispiel in einem Pollenkalender. Auch die Wetterdienste informieren über die Tage mit besonders starkem Pollenflug. Zu diesen Zeiten sollten sich an Heuschnupfen Erkrankte in geschlossenen Räumen aufhalten.
Linderung für Heuschnupfengeplagte
In der Apotheke vor Ort kann ein Termin für eine Heuschnupfenberatung vereinbart werden. Betroffene erfahren dabei, wie sie bestimmte Symptome erträglicher machen können. Da zum Beispiel die Augen bei Heuschnupfen häufig gereizt sind, schützt tagsüber eine Sonnenbrille. Wenn die Augen geschwollen sind, bringen Kühlkompressen Linderung. Auch viskose Augentropfen helfen. Das sind zähflüssigere Tropfen, die den Vorteil haben, dass sie nicht gleich wie Wasser aus den Augen laufen. Bei stärkeren Beschwerden muss auf antiallergische Augentropfen zurückgegriffen werden. Augentropfen, die die Gefäße verengen, die sogenannten „Weißmacher“, sind nicht sinnvoll. Es kann bei diesen Präparaten nach dem Absetzen zu einem Rebound-Effekt kommen, das heißt die Symptome treten ohne Anwendung der Tropfen wieder verstärkt auf.
Zusätzliche Hilfe bieten Nasensalben oder die abendliche Verwendung einer Nasendusche. Sollten die Symptome akut belastend sein, so dass man möglichst schnell Linderung benötigt, empfiehlt der Apotheker kurzfristig antiallergische oder cortisonhaltige Nasensprays oder Anti-Allergietabletten.
Gibt es eine Heilung für Pollenallergiker?
Viele Betroffene sehnen sich danach, ihre Pollenallergie dauerhaft zu überwinden. Eine spezifische Immuntherapie ist zurzeit die einzige Möglichkeit. Die sogenannte Hyposensibilisierung soll den Körper nach und nach an ein Allergen gewöhnen, so dass es am Ende der Therapie nicht mehr zu allergischen Reaktionen kommt. Betroffene bekommen dabei über einen bestimmten Zeitraum hinweg immer wieder das betreffende Allergen verabreicht, wobei die Dosis allmählich weiter erhöht wird. Durch diese Methode der Desensibilisierung verursacht das Allergen am Ende der Behandlung im Idealfall gar keine bzw. nur noch geringe allergische Reaktionen. 80 Prozent der Behandelten werden ihre Allergie dauerhaft los. Die Therapie muss in der pollenfreien Jahreszeit stattfinden und mehrere Jahre wiederholt werden.
Termin beim Arzt vereinbaren
Treten die Symptome länger als vier aufeinander folgende Tage oder mehr als vier Wochen pro Jahr auf, sollte der Arzt zu Rate gezogen werden. Betroffene sollten auch einen Arzt aufsuchen, wenn die in der Apotheke frei erhältlichen Medikamente keine Linderung bringen. Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn sich Begleiterkrankungen oder Kreuzallergien einstellen. Es kann beispielsweise sein, dass Nahrungsmittel, die man normalerweise problemlos verträgt, auf einmal Beschwerden hervorrufen. Manche Patienten, die unter Heuschnupfen leiden, vertragen auf einmal und dann manchmal sogar dauerhaft keine Nüsse mehr, da das Protein in den Nüssen dem in den Pollen ähnelt. Es kann zu einem Juckreiz im Mund- und Rachenraum kommen. Wenn Gaumenzäpfchen, Zunge oder Zungengrund anschwellen, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Die durch Heuschnupfen notwendige Mundatmung kann auch zu Reizerscheinungen im Rachen und Kehlkopf führen. Heiserkeit und Räusperzwang können die Folgen sein. Auch schlechter Schlaf, Kopfschmerzen oder Hörminderung können durch Heuschnupfen ausgelöst werden.
Besonders gefährlich wird es, wenn es zu einem sogenannten Etagenwechsel kommt. Dabei kann sich ein harmloser Heuschnupfen bei Nichtbehandlung auch zu einer schweren Atemwegserkrankung wie Asthma entwickeln. Ein Heuschnupfen sollte grundsätzlich nicht verharmlost, sondern kompetent behandelt werden.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 7. März 2017

So nehmen Kinder Tabletten, Tropfen & Co. richtig ein

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Ist der Nachwuchs krank, stehen Eltern bei der Medikamentengabe oft vor einer Herausforderung. Wie Arzneimittel bei Säuglingen und Kindern richtig verabreicht werden, weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie warnt zudem davor, Kindern einfach die Medikamente der Eltern zu geben: „Kinder sind keine ‚kleinen Erwachsenen‘, ihr Organismus reagiert viel empfindlicher auf Fremdstoffe. Daher sollten Kinder ausschließlich für sie zugelassene Arzneien in der für sie passenden Wirkstoffdosierung erhalten.“

Nicht geeignete Wirkstoffe sind gefährlich
Vergiftungen oder andere schwere Nebenwirkungen können die Folge sein, wenn Kinder Medikamente in der falschen Wirkstoffdosierung verabreicht bekommen. Eltern sollten sich zur richtigen Dosierung am besten von ihrem Apotheker beraten lassen und die Hinweise auf dem Beipackzettel beachten. Präparate mit ASS können bei Kindern unter 12 Jahren beispielsweise das Reye-Syndrom, eine seltene schwere Krankheit, die Gehirn und Leber schädigt, auslösen. Sie kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Es gilt immer: Zeigen Kinder erste Anzeichen einer Arzneimittelunverträglichkeit, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Der Apotheker vor Ort berät Eltern rund um die Verabreichung rezeptfreier und verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Außerdem hält er spezielle Applikationshilfen sowie besondere Saug- oder Schnabellöffel oder auch Medikamentenschnuller bereit, mit denen die Therapie des kranken Kindes vereinfacht wird.
Tabletten, Kapseln & Dragees
Ab etwa sechs Jahren können viele Kinder ganze Tabletten nehmen. Ist das Kind jünger, hat es Schwierigkeiten beim Schlucken oder verweigert die Einnahme, können Tabletten zerstoßen oder zerdrückt werden. Aber auch hier gilt: Besprechen Sie dies zuvor mit ihrem Apotheker. Nicht jede Tablette ist dafür geeignet, auch darf nicht jede Kapsel geöffnet werden. Hier ist es ganz besonders wichtig, die richtige Handhabung in der Apotheke abzustimmen.
Nicht unbedingt sinnvoll: das „Verstecken“ der Tabletten im Milchfläschchen oder im Milchbrei. Es besteht die Gefahr, dass das Kind die ganze Mahlzeit verweigert oder, wird nicht alles gegessen oder getrunken, nur einen Teil der benötigten Arzneimenge aufnimmt.
Außerdem darf nicht jede Arznei mit Nahrungsmitteln gemischt werden. So büßen Eisen- und Fluorpräparate sowie manche Antibiotika von ihrer Wirkung ein, wenn sie zusammen mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden. Bis zwei Stunden vor und ab zwei Stunden nach der Einnahme sind Milch und Milchprodukte jedoch erlaubt. Auch Fruchtsäfte sind nicht gut geeignet, um Arzneimittel einzunehmen.
Säfte und Tropfen
Säfte oder Tropfen werden bei Säuglingen und Kleinkindern am besten mit einer Pipette oder Spritze in den Mund geträufelt. Auch hier gilt: Der Saft sollte nicht ins Fläschchen gemischt werden. Bleibt ein Rest in der Flasche, ist unklar, wie viel das Kind von dem Medikament tatsächlich bekommen hat. Oft setzt sich das Arzneimittel auch auf den Flaschen- oder Becherboden und bleibt dann als Satz übrig.
Schlecht schmeckende Arzneien
Verweigern Kinder die benötigte Medikation wegen des schlechten Geschmacks, sollten Eltern nicht behaupten, der Saft oder die Tropfen seien lecker. Hilfreicher ist eine kurze Erklärung, dass es dem Kind durch den Saft bald besser gehen wird. Tipp: Arzneisäfte im Kühlschrank aufbewahren, gut gekühlt ist der Geschmack weniger intensiv. Säfte, die schlecht schmecken, lassen sich mit einer Pipette oder Spritze hinter die Backenzähne träufeln. Das löst den Schluckreflex aus, der Saft kommt kaum mit der Zunge in Berührung. Selbst ein bitterer Geschmack wird dann weniger wahrgenommen. Nach der Applikation kann man dem Kind zum Beispiel gesüßten Tee zum Nachtrinken anbieten. Auch ein Lutschbonbon als Belohnung kommt in Frage, wenn die Einnahme eines schlecht schmeckenden Antibiotikums dringend erforderlich ist. Tropfen können auf einem Stückchen Zucker oder mit einem Teelöffel Sirup oder Honig gegeben werden. Ist der Patient noch sehr klein, werden Tropfen, die nicht verdünnt werden dürfen, am besten mit einer Pipette in den Mund geträufelt.
Tropfen für Augen, Ohren oder Nase
Augentropfen: Das Kind liegt dazu am besten flach auf dem Rücken, eine zweite Person hält den Kopf vorsichtig fest. Säuglinge können auch in ein Handtuch gewickelt werden, so werden die Hände sanft fixiert. Über das Kind gebeugt lassen sich die Augentropfen gut einträufeln, sie werden unter das mit dem Zeigefinger nach unten gezogene Unterlid getropft. Sind die Tropfen auf Zimmertemperatur, werden sie besser von Kindern toleriert.
Ohrentropfen: Der kleine Patient muss auf der Seite liegen, das kranke Ohr befindet sich oben. Tipp: Die Flasche vor der Anwendung in den Händen anwärmen, so kommen die Tropfen nicht kalt in den Gehörgang. Mit Hilfe der an der Flasche angebrachten Tropfhilfe oder der beiliegenden Pipette die Arznei langsam in den Gehörgang einträufeln. Nach dem Einbringen der Tropfen sollte das Kind noch einige Minuten auf der Seite liegen, so kann sich das Medikament gut im Gehörgang verteilen und läuft nicht gleich wieder aus dem Ohr heraus. Manche Tropfen können Flecken verursachen, mit Hilfe eines Handtuches lässt sich die Kleidung schützen.
Nasentropfen: Das Kind sollte dazu auf einem Stuhl sitzen und den Kopf weit in den Nacken legen. Dann die Tropfen mit der Pipette vorsichtig einträufeln. Anschließend sollte das Kind noch einen Moment in dieser Position bleiben, so kann sich die Flüssigkeit gut verteilen. Die Gabe von Nasentropfen ist auch im Liegen möglich, das sollte jedoch nie bei schlafenden Kindern geschehen.
Zäpfchen
Bei der Gabe von Zäpfchen wird das Kind am besten wie bei der Fiebermessung gehalten: Das Kind liegt mit leicht angewinkelten Beinen auf der Seite, auch die Rückenlage mit nach oben geführten Beinchen ist möglich. Das Zäpfchen kann etwas angefeuchtet werden und wird dann zügig eingeführt. Dann den Finger noch mit etwas Druck ein paar Sekunden am After lassen, manchmal drücken Kinder das Zäpfchen unwillkürlich wieder hinaus. Aus diesem Grund sollten auch die Pobacken noch etwa eine halbe Minute zusammengehalten werden. Flutscht ein Zäpfchen trotzdem wieder aus dem Po, kann es auch mit der stumpferen Seite eingeführt werden.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Samstag, 4. März 2017

„der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ kommt am 2. März in den Zeitschriftenhandel

Neues Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus – Startauflage 100.000 Exemplare – Innovatives Heftkonzept mit prominenten Autoren wie Anselm Grün und Franz Alt …

Speyer – „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ ist der Titel einer neuen, vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift. Die Ausgabe 1 ist am 2. März erstmals an Einzelverkaufsstellen erhältlich. Mit seiner besonderen Heftkonzeption und prominenten Autoren positioniert sich „der pilger“ als Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus. „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ ist im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich und hat einen Umfang von rund 140 Seiten. Die Erstauflage beträgt 100.000 Exemplare.
Titel klein
Ab 2. März im Handel: „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ lautet der Titel für das neue Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus. Foto: „der pilger“
Wie der Hefttitel anschaulich verdeutlicht, versteht sich „der pilger“ als Begleiter seiner Leserinnen und Leser. Er greift die Sehnsucht vieler Menschen nach Stille und Sinnfindung auf. Dementsprechend lädt jede Ausgabe zu einer persönlichen Auszeit ein und gibt – im Einklang mit den Jahreszeiten – Impulse für ein bewusst geführtes Leben, das sich nicht vom Alltagsstress überrollen lässt. Die Bereiche Spiritualität und Religion bilden wichtige Themen. Es werden Pilgerwege und inspirierende Reiseziele vorgestellt, christliche Feste erklärt, aber auch Impulse gegeben, um die Welt täglich etwas besser zu machen. Ergänzend dazu werden klassische Lifestyle-Themen aus den Bereichen Natur und Gesundheit aufgegriffen und Menschen vorgestellt, die auf besondere Weise leben oder Außergewöhnliches leisten.
Entwickelt wurde die Zeitschrift von einem erweiterten Redaktionsteam um Chefredakteur Norbert Rönn. Zum prominenten Autorenkreis zählen unter anderem der Benediktinerpater Anselm Grün, die Journalisten Franz Alt und Michael Albus, Beatrix Kruse, ehemalige Chefredakteurin von Brigitte und Familie&Co sowie der Bestseller-Autor Manfred Lütz ... Die erfrischende Kombination aus Unterhaltung, Expertenwissen und qualitativ hochwertigem Journalismus wird von einer einfühlsamen Sprache und einem harmonisch-wertigen Layout unterstrichen. So bietet „der pilger“ Texte, die das Herz berühren und zum Nachdenken, Zurücklehnen und Durchatmen einladen.
Die Druckauflage für die beiden ersten Ausgaben von „der pilger - Magazin für die Reise durchs Leben“ liegt bei jeweils 100.000 Exemplaren. Die Startauflage für den „Kioskverkauf“ liegt von Beginn an bei 80.000 Exemplaren. Die Erstausgabe wird von einer deutschlandweiten Werbekampagne begleitet, die – ergänzend zu Anzeigen in Printmedien – mit zielgruppenaffiner Radiowerbung und Social-Media-Aktivitäten Akzente setzt. „Der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ wird bei Peregrinus GmbH aus Speyer verlegt. In diesem Verlag erscheint unter anderem auch Deutschlands älteste Bistumszeitung, die ebenfalls den Titel „der pilger“ trägt.
Das neue Magazin „der pilger“ erscheint vierteljährlich. Auf rund 140 Seiten präsentiert sich das „Magazin für die Reise durchs Leben“ mit einer hochwertigen Ausstattung. Der Heftpreis beträgt 4,80 Euro. Das Jahresabo kostet inklusive Zustellung 19,20 Euro. Zusätzliche Informationen bieten der Webauftritt (www.der-pilger.de) und die Facebook-Präsenz (www.facebook.com/pilger.magazin). Die bundesweite Anzeigenvermarktung leistet die KONPRESS-Medien eG mit Sitz in Frankfurt/M. Die seit 1970 bestehende Genossenschaft vermarktet exklusiv das nationale Anzeigen- und Beilagengeschäft für 39 konfessionelle Wochenzeitungen mit einer Reichweite von rund 3,1 Millionen Lesern. Der Anzeigenschluss für die kommende Magazinausgabe von „der pilger“ ist der 20. April 2017. Weitere Informationen sind unter www.konpress.de erhältlich.

Liebesakt in den Wolken

München / Wiesbaden (internet-zeitung) - Die amerikanische Fliegerin Jacqueline Cochran (1906-1980) erzählte das Märchen, sie sei als Findelkind in großer Armut bei Pflegeeltern aufgewachsen und habe ihren Namen selbst aus dem Telefonbuch ausgewählt. In Wirklichkeit waren ihre angeblichen Pflegeeltern ihre echten Eltern, wegen denen sie sich schämte.

Die englische Fliegerin Amy Johnson-Mollison (1903-1941) trug bei ihrer ersten Flugstunde einen geliehenen, viel zu großen Helm, hörte alle Anweisungen wie durch Watte, machte deswegen vieles falsch und wurde deswegen von ihrem Fluglehrer angeblich für eine Idiotin gehalten. Ungeachtet dessen galt sie bald als die berühmte Pilotin Englands.

Die deutsche Fliegerin Hanna Reitsch (1912-1979) wollte als Kind im Alter von vier Jahren mit ausgebreiteten Armen vom Balkon des Elternhauses springen und auf diese Weise fliegen. Als ihre Mutter dies verhinderte und sagte "Kind, dann wärst du ja tot", fragte Hanna "Wär ich dann beim lieben Gott. Tät er mich dann fragen: Hannerl, woll’n wir"s hageln lassen?"

Das sind drei Begebenheiten aus dem Taschenbuch "Königinnen der Lüfte von A bis Z" des Wiesbadener Autors Ernst Probst. In diesem nahezu 700 Seiten umfassenden Werk werden mehr als 200 Fliegerinnen, Ballonfahrerinnen, Luftschifferinnen, Fallschirmspringerinnen und Astronautinnen in Wort und oft auch mit Bild vorgestellt.

Ein Wildfang war die legendäre amerikanische Fliegerin Amelia Earhart (1897-1937). Sie wollte all das tun, was Jungs machten, nur besser. Amelia spielte Football, kletterte auf Bäume, baute Baumhäuser und schoss mit dem Gewehr, das ihr der alkoholkranke Vater anstelle von Puppen geschenkt hatte, auf Ratten. Einmal raste sie im Winter zum Entsetzen von Zuschauern mit einem Schlitten unter einer die Straße entlang fahrenden Pferdekutsche hindurch. 

Besonders kurios war die Ursache eines Flugzeugabsturzes der amerikanischen Fliegerin Dorothy Rice Peirce (1889-1960): Sie und ihr Fluglehrer stürzten während eines Liebesaktes wegen eines technischen Missgeschicks ab, das dem Liebhaber unterlaufen war. Entenjäger, die Augenzeugen des Unfalls gewesen waren, ruderten zur Absturzstelle und sahen zu ihrer großen Überraschung, dass die zwei verunglückten Flugzeuginsassen nackt im Wasser schwammen.

Mehr Glück mit verliebten Männern hatte die neuseeländische Fliegerin Jean Batten (1909-1989). Sie fand immer wieder Verehrer oder andere Gönner, die ihre kostspieligen Flugzeugkäufe und -reparaturen sowie Langstreckenflüge finanzierten. Wenn bei einem Mann nichts mehr zu holen war, wandte sich attraktive Jean schnell und skrupellos einem anderen "Finanzier" zu.

Das Taschenbuch "Königinnen der Lüfte von A bis Z" ist beim "GRIN Verlag" (München) erschienen. Dort sind auch die Taschenbücher "Königinnen der Lüfte in Deutschland", "Königinnen der Lüfte in Frankreich", "Königinnen der Lüfte in England, Australien und Neuseeland", "Königinnen der Lüfte in Europa", "Königinnen der Lüfte in Amerika", "Frauen im Weltall" und "Drei Königinnen der Lüfte in Bayern" erhältlich.

Bestellungen des Taschenbuches "Königinnen der Lüfte von A bis Z" bei:

http://www.grin.com/e-book/153394/koeniginnen-der-luefte-von-a-bis-z

Mittwoch, 1. März 2017

Bildergalerie: Die 10 größten Bagger der Welt - So hoch wie ein Wolkenkratzer

Essen - Bis zu 96 Meter hoch und 14.200 Tonnen schwer: Die 10 größten Bagger der Welt sind einfach unglaublich. Nur wenige Hersteller weltweit stellen solche Maschinen her. Vom elektrischen Seilbagger bis zum Hochlöffelbagger ist in den Top 10 alles dabei. 

Unfassbare 45 Kubikmeter fasst der Hochleistungstieflöffel des Liebherr Minenbaggers R 9800. Das ist der Inhalt von 400 herkömmlichen Badewannen. Der Riese kann einen großen Muldenkipper in drei Arbeitsgängen komplett beladen. Seine 810 Tonnen und 16,2 Meter reichen aber nur zu Platz 9 der größten Bagger der Welt.

An der Spitze steht eine Eigenanfertigung von MAN und Takraf für die RWE Power AG zur Braunkohleförderung. Der Schaufelradbagger RB293 hat rund 6.745 PS. Das entspricht der Leistung von sieben Formel 1 Rennwagen. Er ist mit 96 Metern so hoch wie ein Wolkenkratzer. Platz 1 im Ranking.

Der Online-Marktplatz maschinensucher.de hat für Sie eine Bildergalerie der monströsen Maschinen zusammengestellt. Viel Spaß beim Durchklicken.

Über Maschinensucher: 
Maschinensucher ist der europaweit führende Online-Marktplatz für Gebrauchtmaschinen. 5.300 Händler bieten derzeit über 128.000 Maschinen auf der Plattform an. Als global agierender Marktplatz ist das Unternehmen mit machineseeker.com in über 50 Länderversionen verfügbar. Monatlich werden gebrauchte Maschinen im Wert von über 500 Millionen Euro angefragt. 

Mittwoch, 15. Februar 2017

Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneien schwächt Gesundheitssystem



Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Der Spruch des Europäischen Gerichtshofes, der die Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel als nicht verbindlich für ausländische Versandhandelsapotheken ansieht, hat langfristig gravierende Konsequenzen für das deutsche Gesundheitssystem. Darauf weist die Apothekerkammer Hamburg eindringlich hin. Sie befürwortet den Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Der Entwurf, der auch von der überwiegenden Mehrheit der deutschen Spitzenpolitiker unterstützt wird, sieht das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten vor. Nur durch dessen zügiges Inkrafttreten kann die Apothekenstruktur sowie das gesamte Gesundheitssystem in seiner Funktionsfähigkeit erhalten bleiben, betont die Apothekerkammer Hamburg.

Apotheken beraten zum Wohle des Patienten

Das Arzneimittel ist eine besondere, beratungsintensive Ware, die das höchste Gut der Patienten schützen soll: seine Gesundheit. Nur durch eine kompetente Beratung mit Blick auf Einnahme und Anwendung der Arzneimittel kann eine sichere Therapie des Patienten gewährleistet werden. Dazu zählen auch der Interaktionscheck bzw. die Verträglichkeitsprüfung der unterschiedlichen Arzneimittel untereinander. Zudem klärt der Apotheker im Beratungsgespräch über Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen auf.

Gemeinwohlpflichten sind gesetzlich verankert

Die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten, ein flächendeckender Nacht- und Notdienst und die Herstellung von Individualrezepturen – diese gesetzlichen Verpflichtungen der Apotheken vor Ort werden durch das alltägliche Apothekengeschäft quersubventioniert und nicht vom Gesetzgeber oder den Krankenkassen mitfinanziert. Wird der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht unterbunden, fällt diese wichtige Quersubventionierung weg: Das kann zu einer starken Verschlechterung der flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln führen.

Solidarisches Gesundheitssystem in Schieflage

Für alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich hat der deutsche Gesetzgeber ein einheitliches Preissystem verankert und damit die Grundlage der gesamten Sozialgesetzgebung geschaffen. Die Verbraucher werden vor preislichen Überforderungen geschützt, gleichzeitig wird ein flächendeckendes und wohnortnahes System an Apotheken garantiert. Außerdem halten die Präsenzapotheken in der Regel alle wichtigen verschreibungspflichtigen Arzneimittel auf Lager oder sie sind innerhalb weniger Stunden verfügbar.
Mit seinem Spruch hat der Europäische Gerichtshof nicht nur gegen deutsches Recht geurteilt, sondern verschafft ausländischen Versandapotheken einen ungerechten Wettbewerbsvorteil – und das geht letztlich zu Lasten der Patienten. Denn: Dreht man an einer Stellschraube, verändern sich auch in anderen Bereichen die Parameter, das System gerät in Schieflage.

Konsequenzen für die GKV

Auch Festbeträge und Rabattverträge, wie sie durch den Gesetzgeber für die Krankenversicherungen eingeführt wurden, könnten zukünftig nicht aufrechterhalten werden. Langfristig gingen der GKV Einsparungen in Milliardenhöhe verloren. Dies bliebe nicht ohne deutliche Auswirkungen für die Patienten.

Versandhandel birgt Gefahren

Bis jetzt ist die Logistik beim Arzneimittelvertrieb in den Händen von Fachleuten, eine gesicherte und zuverlässige Lieferkette ist Bestandteil der Arzneimittelsicherheit. Die Medikamente werden sach- und fachgerecht – teils in einer geschlossenen Kühlkette – vom Hersteller über den pharmazeutischen Großhandel bis in die Apotheke geliefert. Fällt durch den Versandhandelsweg ein entscheidender Teil der Logistik fachfremden Dienstleistern zu, ist die Arzneimittelsicherheit gefährdet.
Zudem liegt die Qualitätsprüfung der Medikamente bei den Apothekern. Der Arzneimittelfachmann führt eine qualitative Prüfung der Medikamente durch und meldet Mängel an die Arzneimittelkommission. Sie gibt nötigenfalls Warnmeldungen heraus und trägt damit zum Schutz und Wohl des Patienten bei.

Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.400 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 14. Februar 2017

Ein normales Teenagerleben mit Typ-1-Diabetes führen


Die Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist das A und O

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Wenn Jugendliche plötzlich an Gewicht verlieren, verstärkt Durst haben und vermehrt Wasser lassen, kann dies auf Diabetes-Typ-1 hindeuten. Betroffene sollten bei diesen ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen, der die Krankheit anhand der Blutzuckerwerte diagnostizieren kann. Eine positive Diagnose kann das Leben des Teenagers und seiner Eltern erstmal gründlich auf den Kopf stellen, doch sie sollte kein Grund zur Panik sein. Denn ein gut eingestellter Diabetiker genießt seine Jugend und sein Leben trotz der Erkrankung ohne wesentliche Einschränkungen, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.
Gestörte Insulinproduktion

Diabetes-Typ-1 ist eine Störung des Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsels. In einer Region der Bauchspeicheldrüse, die sich „Langerhanssche Inseln“ nennt, befinden sich die Beta-Zellen. Diese sind für die Insulinproduktion im Körper verantwortlich. Das Hormon Insulin benötigt der menschliche Körper um Glukose, also Traubenzucker, aufzunehmen und zu speichern. Bei an Diabetes-Typ-1-Erkrankten sind die Beta-Zellen zerstört, es wird kein Insulin produziert. Das Insulin muss künstlich zugeführt werden, sonst steigt der Blutzucker, ohne dass dieser vom Körper verwertet werden kann. Dies kann akut zu dem sogenannten hyperglykämischen Koma und zu Spätfolgen wie Schädigung von Organen und Nerven führen. Die Veranlagung zum Typ-1-Diabetes wird häufig vererbt, die familiären Vorbelastungen können viele Generationen zurückreichen. Die Krankheit kann dann durch einen Virusinfekt ausgelöst werden beziehungsweise durch eine Autoimmunerkrankung, die die Beta-Zellen verändern und zerstören.

Insulin muss ein Leben lang zugeführt werden

Bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes-Typ-1 ist eine lebenslange Insulinsubstitution notwendig, das heißt, sie müssen sich ihr ganzes Leben Insulin spritzen oder über eine Pumpe zuführen. Die zu verabreichende Insulindosis ist abhängig von den Kohlenhydraten, die aufgenommen und in sogenannten Broteinheiten (BE) beziehungsweise Kohlenhydrateinheiten gemessen werden. Die Insulindosis variiert aber auch je nach individueller Konstitution und muss mit dem Arzt besprochen werden.

Während der Pubertät Kontrolle der Blutzuckerwerte besonders wichtig

Weil sich der Hormonhaushalt während der Pubertät grundlegend verändert, kann es immer wieder zu schwankenden oder hohen Blutzuckerwerten kommen. Meistens benötigen Diabetes-Patienten während der Pubertät mehr Insulin, da Hormone die Insulinwirkung mindern. Mehrmals tägliche, regelmäßige Kontrollen der Blutzuckerwerte sind daher in den Teenagerjahren besonders wichtig.


Besondere Gefahr durch Alkohol

Gesunde Ernährung ist das A und O. Eine besondere Diät für Typ-1-Diabetiker gibt es nicht. Beim Umgang mit Alkohol ist jedoch größere Vorsicht geboten. Prinzipiell sollten Jugendliche keinen Alkohol trinken, weil dieser das jugendliche Gehirn schneller schädigt als das von Erwachsenen. Für Diabeteskranke ergibt sich das zusätzliche Problem, dass die Kohlenhydrate in dem Getränk den Blutzuckerspiegel erhöhen, aber der Alkohol den Blutzucker senkt. Er hemmt die Glukoseproduktion in der Leber, die ohnehin in der Nacht gedrosselt ist. Deshalb ist das größte Risiko eine Unterzuckerung in der Nacht, die aufgrund des Alkoholrausches nicht bemerkt werden könnte. Diese kann schwerwiegende Folgen haben und sogar bis hin zur Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit führen.

Beim Apotheker beraten lassen

Wer ein an Diabetes-Typ-1 erkranktes Kind hat, sollte sich Zeit für einen Termin in der Apotheke vor Ort nehmen. Am besten sammelt die Familie ihre Fragen zum Umgang mit der Krankheit, der Apotheker beantwortet diese gern. Der Apotheker berät umfassend zur sicheren Benutzung des Insulin Pens und der Blutzuckermessgeräte. Er bespricht mit der Familie auch, welche anderen Medikamente bei einer Diabetes-Erkrankung schlechter anschlagen oder wo Wechselwirkungen auftreten können. Muss der Diabetes-Patient weitere Arzneimittel einnehmen wie beispielsweise Kortison, Betablocker oder Salicylate, so sollte er gemeinsam mit dem Arzt individuell auf diese Medikamente eingestellt und die Insulindosis entsprechend angepasst werden.


Patienten mit Diabetes-Typ-1 sind ebenso leistungsfähig wie gesunde Mitmenschen

Das Hauptziel einer guten Diabetes-Therapie ist, dass sich das Leben der Betroffenen nur wenig vom dem gesunder Jugendlicher unterscheidet. Ein Risiko liegt bei einer Diabetes- Erkrankung in einer Unterzuckerung, die zu starken Bewusstseinsveränderungen bis hin zum Koma führen kann. So ist zum Beispiel während des Sports der Glukoseverbrauch erhöht und es besteht die Gefahr einer Unterzuckerung. Deshalb ist es besonders empfehlenswert, vor dem Sport die Nahrungsmenge und -art entsprechend anzupassen oder die Insulindosis in Absprache mit dem Arzt zu variieren.

Wichtig ist auch, das Umfeld des Jugendlichen über die Erkrankung zu informieren. So können Lehrer oder Freunde im Notfall richtig reagieren und die entsprechenden Hilfsmaßnahmen ergreifen. Diabetiker sollten immer Traubenzucker bei sich haben und bei Bedarf im Unterricht essen und trinken dürfen. Traubenzucker hilft, bei Unterzuckerung den Blutzuckerspiegel schnell wieder in den Normbereich zu bringen. Wenn der Patient aber darauf nicht reagiert oder nicht ansprechbar ist, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. In solchen Fällen ist es zudem sehr hilfreich, manchmal sogar lebensrettend, wenn Lehrer beziehungsweise Freunde im Umgang mit einem Glucagon-haltigen Notfallpen geübt sind. Dieser Erste-Hilfe-Pen kann z.B. in der Schule an geeigneter Stelle deponiert werden oder in einer Extratasche des Jugendlichen für alle sichtbar bereitliegen. Dem eintreffenden Notarzt muss die Verabreichung des Glucagon sofort mitgeteilt werden.

Keine Einschränkungen bei Schultrips und Ausflügen

Wer an Diabetes-Typ-1 erkrankt ist, muss sich auf seinen Schulausflügen nicht einschränken. Man sollte sich trotzdem über die medizinische Versorgung vor Ort informieren, genügend Insulin einpacken und eine Notration im Handgepäck bei sich tragen. Außerdem sollten insulinpflichtige Diabetiker eine passende Reiseversicherung abschließen und eine ärztliche Bestätigung über ihre Insulinpflicht mit sich führen.

Unterstützung durch ein stabiles und warmes Umfeld

Wie immer im Leben gibt es kein Patentrezept für ein Leben mit Diabetes-Typ-1. Eltern sollten gemeinsam mit dem Jugendlichen Strategien für den Alltag als Diabetiker finden und ihm im Laufe der Jahre Schritt für Schritt die Verantwortung übergeben, bis er selbstständig mit seiner Erkrankung umgehen kann. Freunde und Familie können den Jugendlichen sehr gut unterstützen, indem sie ihm ein stabiles Umfeld bieten. Sie sollten die wichtigsten Maßnahmen im Falle einer Unterzuckerung kennen und auch anwenden können.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Wasser gelangte früher auf die Erde


Ergebnisse münsterscher Planetologen widersprechen der "Kometen-Hypothese" / Veröffentlichung in "Nature"

Münster (universität-münster) - Das Wasser auf der Erde ist Voraussetzung für das Leben wie wir es kennen. Aber wo kommt es her und seit wann ist es hier? Wissenschaftler diskutieren zwei Möglichkeiten. So könnte das Wasser schon früh während der Hauptphase der Erdentstehung da gewesen sein. Eine andere Hypothese besagt, dass die Erde zunächst völlig trocken war und das Wasser erst später auf die Erde gelangte: durch die Einschläge von Kometen oder "nassen" Asteroiden, die aus äußeren Bereichen des Sonnensystems stammten. Planetologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) prüften diese Hypothese nun mit sehr genauen Isotopenmessungen. Ihr Fazit: Das Wasser gelangte bereits früh während der Erdentstehung auf die Erde. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" veröffentlicht.

Die münsterschen Wissenschaftler untersuchten die Isotopen-Zusammensetzung des Edelmetalls Ruthenium. Der Hintergrund: Die Edelmetalle haben eine extreme Tendenz, sich mit Metall zu verbinden. Sie sollten daher bei der Bildung der Erde vollständig in den metallischen Erdkern gewandert sein. Jedoch sind im Erdmantel Edelmetalle vorhanden. Dies wird damit erklärt, dass nach Abschluss der Kernbildung kleinere Körper wie Asteroide oder Kometen mit der Erde kollidierten und dadurch neues Material auf die Erde gelangte. Dieses Material wird in der Fachsprache "late veneer" genannt (englisch für "späte dünne Lage"). Es gelangte nicht mehr in den Erdkern und reicherte den Erdmantel wieder mit Edelmetallen an. Dieses "late veneer" könnte Berechnungen zufolge auch das gesamte Wasser auf die Erde gebracht haben.

Die münsterschen Forscher zeigten jedoch, dass es zwischen Asteroiden und der Erde Unterschiede in der Isotopen-Zusammensetzung des Rutheniums gibt. "Alles Ruthenium im Erdmantel kommt vom 'late veneer'. Die Unterschiede in der Isotopen-Zusammensetzung zeigen, dass das 'late veneer' nicht aus Asteroiden bestehen kann, sondern aus dem Inneren des Sonnensystems stammen muss", erklärt Planetologe Dr. Mario Fischer-Gödde. Gemeinsam mit Prof. Dr. Thorsten Kleine hatte er verschiedene Meteorite untersucht. Diese Meteorite sind Bruchstück von Asteroiden, die sich zwischen Mars und Jupiter befinden.

Die Forscher zeigten, dass die Isotopen-Unterschiede größer werden, je weiter die Asteroide von der Sonne entfernt sind. Sie gehen davon aus, dass dieses Prinzip auch für Kometen gilt. Da aber nur Asteroide und Kometen, die weit von der Sonne entfernt sind, überhaupt genügend Wasser enthalten, schließen diese Daten aus, dass das Wasser auf der Erde vom "late veneer" stammt, so das Fazit von Mario Fischer-Gödde und Thorsten Kleine.

"Unseren Daten zeigen, dass die Erde schon sehr früh, in ihrer Hauptbildungsphase, wasserreiche Körper aufnahm", erklären die beiden Wissenschaftler. Dieses Ergebnis passe zu neueren Modellen der Planetenbildung, die zeigen, dass durch die Entstehung von Jupiter schon sehr früh wasserreiches Material vom äußeren in das innere Sonnensystem transportiert wurde. "Dieses Material wurde in die Erde eingebaut und hat unserem Heimatplaneten lebensfreundlich gemacht", sagt Thorsten Kleine.
Die Arbeit entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB-Transregio 170 "Late accretion onto terrestrial planets" ("Spätes Wachstum erdähnlicher Planeten") und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Originalpublikation:

Mario Fischer-Gödde und Thorsten Kleine (2017): Ruthenium isotopic evidence for an inner Solar System origin of the late veneer. Nature 541, 525–527 (26 January 2017), doi:10.1038/nature21045

Immunsystem ist jetzt anfälliger - „Winterklassiker“ Atemwegserkrankung

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Erkrankungen des Atemtrakts durch Viren – oder sehr selten durch Bakterien – treten in den kalten Monaten gehäuft auf. Das kann von Schnupfen, Husten, geschwollenen Nasenneben- oder Stirnhöhlen und Fieber bis hin zu einer Lungenentzündung führen. Wie Patienten einer akuten Atemwegserkrankung begegnen können und welche Präventionsmaßnahmen schützen weiß Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie rät zudem, sich im Krankheitsfall in der Apotheke vor Ort individuell beraten zu lassen.

Gefahr durch Tröpfcheninfektion
Eine akute Atemwegserkrankung wird meist durch Viren ausgelöst, die durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Der Keim wird zusammen mit winzigen Speicheltröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern ausgestoßen und dann von anderen Menschen eingeatmet. Der Keim überlebt aber auch auf Türgriffen oder anderen Oberflächen, die Übertragung erfolgt dann durch die eigene Hand: Greift man sich anschließend an Mund oder Augen kann der Keim auf die eigenen Schleimhäute übertragen werden. In seltenen Fällen sind auch Bakterien Auslöser des Infektes. Ist das Immunsystem durch eine virale Infektion ohnehin geschwächt, kann es dann zu einer sogenannten bakteriellen Superinfektion kommen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Zu den Symptomen eines akuten Atemweginfekts zählen eine verstopfte Nase oder Fließschnupfen, geschwollene Nasenneben- oder Stirnhöhlen und damit verbundene Kopfschmerzen sowie ein Druckgefühl im Bereich der Augen und Wangen. Hinzu können auch Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit, Ohrenschmerzen, erhöhte Temperatur oder Fieber kommen. Im ungünstigen Fall  kann das zu einer Entzündung des Mittelohrs, der Mandeln oder der Lungen führen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Bei leichten Beschwerden reicht oft ein abschwellendes Nasenspray. Patienten sollten sich jetzt zudem etwas Gutes tun: Am besten einen Gang zurückschalten, warmen Tee trinken, oder auch mal ein Erkältungsbad nehmen. Zur Lösung von festsitzendem Schleim empfiehlt die Landesapothekerkammer Hessen Dampfinhalationen mit Kochsalz oder Eukalyptus. Nasenspülungen reduzieren die Keimbelastung in der Nase, befeuchten die Schleimhäute und fördern die lokale Abwehr. Zur Unterstützung des Immunsystems können Patienten zudem Vitamin C, Spurenelemente wie Zink sowie Pflanzenextrakte wie Echinacea einnehmen. Tritt Fieber auf, sind Arzneien mit dem Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol Mittel der Wahl, sie helfen auch gegen Kopfschmerzen.
Apotheker berät umfassend und individuell
Welche Präparate sich im Einzelfall eignen, bespricht der Patient am besten mit dem Apotheker vor Ort. Er kann die passenden Medikamente empfehlen und auf mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen achten. Insbesondere Eltern von kleineren Kindern oder Patienten, die schon Medikamente einnehmen und zusätzliche Grunderkrankungen haben, sollten sich zur Auswahl und Dosierung von einem Arzneimittelfachmann beraten lassen. Bei Säuglingen dürfen beispielsweise keine ätherischen Öle eingesetzt werden, sie können einen Krampf der Atemmuskulatur auslösen.
Klagt der Patient über ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden, leidet unter hohem Fieber oder halten die Beschwerden ohne Besserung länger als eine Woche an, sollte auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Das gilt grundsätzlich bei älteren Erkrankten oder Patienten mit Grunderkrankungen.
Tipps zur Prävention
Das Immunsystem ist durch die jahreszeitlich bedingt niedrigen Temperaturen im Winter größeren Herausforderungen ausgesetzt. Da Menschen jetzt oft auf begrenztem Raum zusammen sind, steigt auch die Ansteckungsgefahr. Die Landesapothekerkammer Hessen rät zu vorbeugendem Verhalten:
1.  Sicherheitsabstand einhalten. Die Speichel-Tröpfchen fliegen gut einen Meter durch die Luft, eine Übertragung des Keims kann durch einen entsprechenden Abstand zum Erkrankten vermieden werden.
2.  Handhygiene beachten. Türklinken, Haltegriffe in Bus oder Bahn und Geldscheine können mit Keimen belastet sein. Am besten Handschuhe tragen, so dass die Gefahr einer Übertragung durch die Hand an den eigenen Mund oder die Augen verringert wird. Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren sind ein Muss. Tipp: Ein Händedesinfektionsmittel für unterwegs, das griffbereit in der Tasche ist, benutzen.
3.  Immunsystem stärken. Kaltwassergüsse für Arme und Beine oder regelmäßige Saunagänge unterstützen das Immunsystem und mobilisieren die Abwehrkräfte. Ebenso unterstützen Spaziergänge an der frischen Luft das Immunsystem – auch bei kalter Witterung, wenn man richtig angezogen ist. Außerdem wichtig: eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Freitag, 20. Januar 2017

Apotheker helfen bei Medikationsproblemen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Chronisch Kranke oder ältere Patienten sind oft auf eine dauerhafte Therapie mit unterschiedlichen Arzneimitteln angewiesen. Doch mit der Anzahl der eingenommenen Medikamente steigt auch das Risiko von potentiell gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen. Wer mehrere Medikamente einnimmt oder schlicht die Übersicht über die verschiedenen Präparate verloren hat, sollte die Kompetenz des Apothekers nutzen, empfiehlt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Zudem haben Patienten, die mehr als drei Medikamente einnehmen seit dem 01. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, dieser kann auf Wunsch durch den Apotheker ergänzt werden.
Viele hessische Apotheker haben sich in der letzten Zeit mit dem Thema „Arzneimitteltherapiesicherheit“ beschäftigt und entsprechende Schulungen absolviert (ATHINA - Arzneimitteltherapiesicherheit in Apotheken).
Die Apotheker können so eine strukturierte Medikationsanalyse - und damit eine noch intensivere Betreuung - anbieten und sämtliche vom Patienten eingenommenen Präparate überprüfen und bewerten, ob die Zusammenstellung der Medikamente arzneimittelbezogene Probleme hervorruft oder ob sich gesundheitliche Risiken durch Wechselwirkungen erhöhen.
Eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg im Auftrag der Apothekerkammern Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein und Niedersachsen belegt nun, dass Patienten, die Ihre Medikation vom Apotheker überprüfen lassen, anschließend weniger arzneimittelbezogene Probleme haben und wichtige Anwendungshinweise erhalten.
Die im Rahmen der Studie untersuchten Fälle wurden von Apothekerinnen und Apothekern eingereicht, die sich im Rahmen des ATHINA-Projekts speziell im Bereich Medikationsanalyse fortgebildet haben.
Die 912 im Rahmen der Studie untersuchten ATHINA-Medikationsanalysen betrafen Patienten, die meist über 65 Jahre alt waren und durchschnittlich elf Arzneimittel einnahmen. Bei 95 Prozent aller untersuchten Fälle konnten die Apotheker mindestens eine Schwierigkeit bei der Arzneimitteltherapie erkennen. Hierzu zählt etwa eine Wechselwirkung zwischen den eingenommenen Präparaten oder Unklarheiten bei der Anwendung. Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen: „Eindeutig hat sich hier herauskristallisiert, wie wichtig eine Medikationsanalyse durch die Apotheker für die Arzneimitteltherapie dieser Patienten ist.“
Je nach Art des dokumentierten Problems leiteten die verantwortlichen Apotheker unterschiedliche pharmazeutische Maßnahmen ab. Funke: „Zu guter Letzt haben die Apotheker erfolgreich knapp 70 Prozent der auftretenden Probleme selbst gelöst oder einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, um die Adhärenz der Arzneimitteltherapie für den Patienten zu optimieren.“ Besonders erfolgreich gelang es den Apothekern, Probleme bei der Arzneimittelanwendung zu lösen. Sie erklärten den Patienten beispielsweise, wie ein Asthmaspray anzuwenden ist oder informierten zum richtigen Einnahmezeitpunkt.
Bei ca. jedem dritten Problem kontaktierten die Apotheker auch die betreuenden Ärzte, um Vorschläge für eine Optimierung der Medikation zu unterbreiten, während bei 14 Prozent ausschließlich eine Beratung in der Apotheke stattfand. Funke: „Dieses Ergebnis bestätigt die Wichtigkeit eines multiprofessionellen Ansatzes bei dieser speziellen Herausforderung in der Medikationsanalyse.“
Laut Dr. Hanna Seidling vom Universitätsklinikum Heidelberg, die die Auswertung der ATHINA-Medikationsanalysen geleitet hat, ist ATHINA ein für die Apotheken vielversprechender Ansatz, um eine Medikationsanalyse flächendeckend und niedrigschwellig anzubieten. Seidling: „Die Studie zeigt, dass die Apotheker im ATHINA- Projekt sehr erfolgreich Probleme in der Medikation erkennen und kurzfristig geeignete Maßnahmen zur Lösung initiieren können.“
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Viral bedingte Bindehautentzündungen richtig behandeln


Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Mit den dunklen und kalten Monaten bricht für viele die Erkältungszeit an. Wer neben Schnupfen & Co. auch unter brennenden, juckenden und geröteten Augen leidet, könnte sich eine viral bedingte Bindehautentzündung zugezogen haben. Weil diese aber nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch ein kosmetisches Problem darstellt, neigen einige Erkrankte vorschnell zur Eigenbehandlung. Eine Selbstmedikation ist jedoch nicht ratsam, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen. Alle Symptome, die über kurzfristig angeschwollene Lider hinausgehen, müssen durch einen Augenarzt abgeklärt werden. Hinter der Infektion kann eine schwerwiegende Erkrankung stecken. In der Apotheke vor Ort können sich Patienten nach der Diagnose durch den Facharzt beraten lassen, was bei der Medikamentengabe zu beachten ist, wie der Krankheitsverlauf erträglicher gestaltet werden kann und welche Hygieneregeln wichtig sind.
Eine Bindehautentzündung kann viele Ursachen haben. Am häufigsten entstehen Entzündungen am Auge durch Viren oder Bakterien. Weitere Ursachen für Entzündungen im vorderen Augenbereich können Fremdkörper, Umweltreize wie Rauch, grelles Licht oder Zugluft sein. Eine Augenentzündung kann auch durch eine Allergie entstehen. Da die Ursachen vielfältig sind, muss vor der Behandlung von einem Augenarzt abgeklärt werden, was hinter den vereiterten Augen steckt.
Verlauf und Symptome der viral bedingten Bindehautentzündung
Die Bindehaut überzieht den Augapfel in der vorderen Augenhöhe als feine Schleimhaut. Ist sie entzündet, zeigen sich als Hauptsymptom rote Augen. Sie entstehen durch die gesteigerte Durchblutung der Bindehaut. Die Gefäße weiten sich und zeichnen sich gut sichtbar auf dem weißen Augapfel ab. Gleichzeitig wird die Funktion der Drüsenkörper und Tränendrüsen angeregt und das Auge tränt. Die Augen brennen und jucken und sondern Sekret ab, das sich bis zum Morgen in den Augenwinkeln findet. Dies kann eitrig sein, aber auch „nur“ wässrig oder schleimig. Virale Bindehautentzündungen sind häufig langwierig und es können noch wochenlang leichte Beschwerden auftreten.
Apotheker beraten rund um Augentropfen und -salben
Der Apotheker berät Patienten kompetent zur richtigen Anwendung der Augentropfen und -salben. So ist es ganz wichtig, dass das entzündete Auge nicht mit dem Dosierer oder der Salbentube in Kontakt kommt, sonst können die Viren in die Tropfenlösung oder Salbe gelangen und das Auge bei jeder Anwendung erneut infizieren. Bemerkt der Patient bei der Gabe des Medikaments ein Brennen, könnten die in dem Arzneimittel enthaltenen Konservierungsstoffe für ihn unverträglich sein oder es handelt sich um ein Zeichen für extreme Augentrockenheit. Bei Augentropfen sollte der Betroffene dann besser auf Einzeldosisverpackungen ausweichen, denn diese enthalten weniger oder gar keine Konservierungsstoffe. Wer sich mit der Anwendung von Augentropfen schwer tut, kann das Fläschchen mit einer Wimpernzange festhalten, das Auge mit der anderen Hand aufhalten und die Tropfen durch das Zusammendrücken mithilfe der Wimpernzange einträufeln. Wem dies zu kompliziert ist, kann zur besseren Zielgenauigkeit auch eine Augentropfenhilfe benutzen oder beim Apotheker nach Augentropfen mit integriertem Dosiertropfer fragen.
Bei Augensalben wird ein 0,5 Zentimeter langer Salbenstrang in den Bindehautsack aufgetragen. Das geschieht am besten indem man mit dem Finger das Unterlid leicht hinabzieht. Der Patient sollte sich dabei in Rückenlage befinden oder den Kopf zurückneigen. Danach sollte er die Augen schließen und überschüssige Salbe mit einem fusselfreien Tuch abwischen. Direkt nach der Salbengabe kann es zu einem Schleier sehen kommen. Dieser verflüchtigt sich aber nach kurzer Zeit.
Zusätzlich zu den Augentropfen und -salben können sterile Augentücher, mit denen vorsichtig über die Augen gestrichen wird, das Jucken lindern.
Hygiene ist das A und O
Viral bedingte Bindehautentzündungen sind sehr ansteckend. In der kalten Jahreszeit können sie im Laufe einer Erkältung entstehen. Betroffene sollten unbedingt einen Augenarzt aufsuchen und sich viel Ruhe gönnen, das fördert den Heilungsprozess.
Damit die Infektion nicht auf gesunde Menschen übertragen wird, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen zusätzlich zur Medikation einige Hygienemaßnahmen:

·           Obwohl die Augen jucken und brennen, sollte es der Patient dringend vermeiden, an den Augen zu reiben. Dadurch kann die Infektion über die Hände auch auf andere Menschen übertragen werden. Auf Händeschütteln sollte im Krankheitsfall deswegen besser verzichtet werden.
·           Damit sich der Patient nicht selbst reinfiziert, ist häufiges und gründliches Händewaschen ratsam. Dazu werden die Hände 30 Sekunden gut mit Seife eingerieben, mit Wasser abgespült und sorgfältig abgetrocknet.
·           Erkrankte sollten ein eigenes Handtuch benutzen und sich die Hände nicht an gemeinsam genutzten „Familienhandtüchern“ abtrocknen. So kann die Ansteckungsgefahr reduziert werden.
·           Rauch und Staub reizen die Bindehaut mechanisch. Patienten sollten Orte, an denen geraucht wird, meiden und die Räume möglichst staubfrei halten.
·           Auch der Besuch von Schwimmbädern sollte verschoben werden, bis die Bindehautentzündung wieder abgeklungen ist. Das Chlor im Wasser kann die Symptome verschlimmern.
  • Vorsicht ist vor allem bei alten Hausmitteln geboten wie z.B. Kamillenteebeutel-Auflagen und Waschungen mit Kräutertees! Diese sind nicht steril und haben zudem ein hohes allergenes Potential. Um Verkrustungen zu lösen, sollte man sterile 0,9%ige Kochsalzlösungen verwenden.
Keine „Weißmacher“ benutzen
Bei einer viral bedingten Bindehautentzündung sollten auf keinen Fall sogenannte „Weißmacher“ in das Auge getropft werden, damit dieses schnell wieder gesund aussieht. Sie scheinen kurzfristig Linderung zu bringen, verengen jedoch die Blutgefäße und können bei häufiger Nutzung die Tränenproduktion vermindern – das Abheilen der Entzündung kann so verlangsamt werden.
Kontaktlinsen oder Brille?
Je nach Härtegrad der Kontaktlinse kann es ratsam sein, während der Erkrankung auf eine Brille zurückzugreifen. Am besten lassen sich Patienten auch hierzu von ihrem Apotheker beraten, da es Kontaktlinsen gibt, die mit bestimmten Konservierungsmitteln in den Medikamenten unverträglich sind und dadurch beschädigt werden können.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.